Beim Abnehmen auf die richtige Uhrzeit achten

Haben auch Sie mehr oder weniger erfolgreich bereits eine oder auch mehrere Diäten ausprobiert? Das Abnehmen ist in weiten Teilen der Bevölkerung ein echter Volkssport und gleichzeitig ein Dauerthema. Dennoch nehmen die Bundesbürger im Durchschnitt betrachtet immer mehr an Gewicht zu. Daher klammern sich Betroffene, die an ihrem Übergewicht leiden, häufig an den sprichwörtlich letzten Strohhalm. Ernährungswissenschaftler empfehlen schon lange, sich nicht für eine vorübergehende Diät wie zum Beispiel die Atkins-Diät zu entscheiden, sondern am besten funktioniert das Abnehmen mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung. Ein Faktor, der beim Abnehmen allerdings häufig außer Acht gelassen wird, ist die Uhrzeit der Nahrungsaufnahme. Diese kann jedoch einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wie erfolgreich der Gewichtsverlust tatsächlich sein kann.

Viele unterschiedliche Meinungen zum Abnehmen

Nach wie vor sind sich die Ernährungswissenschaftler nicht einig darüber, ob und in welchem Umfang es einen Einfluss auf den Abnehmerfolg hat, wann welche Nahrungsmittel gegessen werden. So gibt es in diesem Bereich beispielsweise die folgenden drei Meinungen, die sich bei Ernährungswissenschaftler häufig finden lassen:

  • Abends auf Kohlenhydrate verzichten
  • Tageszeit der Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf Gewichtsabnahme
  • Wer mehr Kalorien verbraucht als aufnimmt, der nimmt (immer) ab

Neueste Erkenntnisse zeigen jetzt allerdings, dass zumindest die Aussage, dass Tageszeit der Nahrungsaufnahme keinen Einfluss auf das Abnehmen haben, anscheinend nicht ganz richtig ist. Damit werden zahlreiche traditionelle Ernährungswissenschaftler widerlegt, die die Auffassung vertreten, dass Abnehmen praktisch immer funktioniert, wenn mehr Kalorien verbraucht das aufgenommen werden. Die Tageszeit der Nahrungsaufnahme würde laut dieser Wissenschaftler keine Rolle spielen.

Zusammenhang zwischen Stoffwechsel, Nahrungsaufnahme und Uhrzeit besteht

Neuere Erkenntnisse zeigen, dass es sehr wohl mit entscheidend für den Erfolg der Gewichtsreduktion ist, wie sich das Verhältnis zwischen Stoffwechsel, Ernährung und Uhrzeit der Nahrungsaufnahme darstellt. Unstrittig ist zum Beispiel, dass die Fettverbrennung nachts deutlich schneller vonstattengeht, als es am Tag der Fall ist. Daraus resultiert unter anderem die Vorgabe, dass mindestens drei Stunden vor der Bettruhe keine Nahrungsaufnahme mehr erfolgen sollte.

Beim Abnehmen auf Essenszeit und Uhrzeit achten

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Das abendliche Essen ist besonders ungünstig

Schon länger gibt es die Theorie, dass insbesondere die späte Nahrungsaufnahme, beispielsweise nach 20 Uhr, negative Auswirkungen auf einen geplanten Abnehmerfolg hat. Tatsächlich ist der sogenannte abendliche Snack besonders gefährlich, weil gerade diese Mahlzeiten dafür sorgen, dass letztendlich in der Summe des Tages mehr Kalorien zugeführt als verbrannt wurden. Dabei sind es allerdings keinesfalls nur die kleineren abendlichen Snacks, die zum Beispiel aus Kartoffelchips oder einem Riegel Schokolade bestehen. Noch ungünstiger wirken sich vor allem komplette und gleichzeitig schwere Mahlzeiten aus, die im ungünstigen Fall aus zahlreichen Kohlehydraten bestehen.

Der Grund dafür, dass gerade diese kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten am Abend den Abnehmerfolg verhindern oder sogar dafür sorgen können, dass eine weitere Gewichtszunahme stattfindet, ist die Auswirkung auf den Insulinspiegel. Spätes Essen führt nämlich dazu, dass der Insulinspiegel kurz vor dem Schlafengehen ansteigt. Eine Folge besteht in einem höheren Risiko, auf Dauer an Diabetes zu erkranken. So kam beispielsweise eine Studie der Universität von Pennsylvania zu dem Ergebnis, dass sich die Nahrungsaufnahme zwischen 12 und 23 Uhr ungünstiger auf einen Abnehmerfolg auswirkt, als wenn Sie ausschließlich zwischen 8 Uhr morgens und 19 Uhr am Abend essen.

Goldene Regel: keine Nahrungsaufnahme nach 19 Uhr

Aus den aktuellen Erkenntnissen kann man durchaus die goldene Regel ableiten, dass man grundsätzlich ab spätestens 19 Uhr am Abend nichts mehr essen sollte. Allerdings kommt es in dem Zusammenhang natürlich auch darauf an, wann man für gewöhnlich schläft. Wer zum Beispiel erst um 0 Uhr mit der Bettruhe beginnt, kann die Grenze für die letzte Nahrungsaufnahme durchaus auch bei 20 oder 21 Uhr ansetzen. Wer hingegen meistens schon um 22 Uhr zu Bett geht, sollte sich tatsächlich mindestens daran halten, nach 19 Uhr weder einen Snack noch eine komplette Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Ein weiterer wichtiger Faktor besteht darin, wenn man schon relativ spät am Abend isst, dass die Mahlzeit zumindest keine hohen Anteil an Kohlenhydraten enthalten sollte. Ideal wäre dann eine Nahrungsaufnahme, die vor allem aus kohlenhydrat- und fettarmen Komponenten besteht. Allerdings sollten Sie auch nicht den Fehler machen, komplett auf Kohlenhydrate zu verzichten, denn diese benötigt der Körper genauso wie die weiteren Bestandteile Fette und Eiweiß. Allerdings sollten die Kohlenhydrate nicht unbedingt am Abend aufgenommen, sondern gut über den Tag verteilt werden. Besonders günstig sind Nahrungsmittel, die aus langsam verwertbaren Kohlenhydraten bestehen, wie zum Beispiel:

  • Vollkornprodukte
  • Nudeln
  • Kartoffeln
  • Reis

Diese Lebensmittel sollte man allerdings tunlichst am Abend vermeiden, sondern stattdessen durch Nahrungsmittel mit mehr Eiweiß ersetzen, wie zum Beispiel Hühnchenfleisch oder Fisch.

Abnehmerfolg durch Pausenzeiten und Sport unterstützen

Für einen idealen Abnehmerfolg ist es nicht nur wichtig, bei der Nahrungsaufnahme auf die Uhrzeit zu achten und vor allem am Abend Kohlenhydrate zu vermeiden, sondern der Erfolg kann zusätzlich dadurch unterstützt werden, dass zwischen den verschiedenen Mahlzeiten größere Pausen liegen. Experten empfehlen heute nicht mehr die kleinen, über den gesamten Tag verteilten Snacks, sondern kehren wieder zu der Theorie zurück, dass man besser nur drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen sollte, nämlich das Frühstück, das Mittagessen und das Abendbrot. Liegen nämlich mindestens vier bis fünf Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten, hat der Insulinspiegel ausreichend Gelegenheit, wieder zu sinken. Dies wiederum führt zu einer einsetzenden Fettverbrennung schon über den Tag hinweg, während es bei kleineren Pausen zwischen den Mahlzeiten oftmals so ist, dass lediglich nachts eine Fettverbrennung stattfindet. Unterstützt werden kann diese Maßnahme natürlich generell durch zusätzlichen Sport, der die Fettverbrennung ebenfalls ankurbelt.

Intervallfasten als neuer Trend

Ebenfalls mit dem Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme hat übrigens ein relativ neuer Trend zu tun, der unter der Bezeichnung Intervallfasten bekannt geworden ist. Diese Form der Alpenmethode besteht insbesondere darin, dass innerhalb eines Zeitraumes zwischen acht und zehn Stunden höchstens drei unterschiedliche Mahlzeiten aufgenommen werden dürfen. Das Wichtige am Intervallfasten ist: Anschließend muss nach diesen maximal acht bis zehn Stunden eine Pause bezüglich der weiteren Nahrungsaufnahme genommen werden, die sich innerhalb eines Zeitraumes von 14 bis 16 Stunden bewegt. Wenn Sie also beispielsweise am Abend um 18 Uhr Ihre letzte Mahlzeit des Tages zu sich nehmen, dürfen Sie beim Intervallfasten frühestens am kommenden Morgen ab 8 Uhr wieder etwas essen. Der Sinn und Zweck, der hinter dieser Methode besteht, liegt darin, dass der Körper auf diese Weise lernt, seine bestehenden Reserven anzugreifen. Auch dadurch wird der Stoffwechsel angekurbelt und es kommt letztendlich zur Fettverbrennung.

Fazit zur Uhrzeit beim Abnehmen

Neue Erkenntnisse der Ernährungswissenschaftler scheinen jetzt relativ eindeutig zu belegen, dass es tatsächlich einen Unterschied macht, wann Sie welche Nahrung am Tag zu sich nehmen. Sehr ungünstig für einen geplanten Abnehmerfolg ist die späte Nahrungsaufnahme nach 20 Uhr, insbesondere dann, wenn ein hoher Kohlenhydratanteil in den aufgenommenen Nahrungsmitteln zu finden ist. Möchten Sie den Erfolg hingegen optimieren, ist es empfehlenswert, spätestens nach 19 Uhr keine Nahrung mehr aufzunehmen. Noch idealer funktioniert es voraussichtlich mit dem Intervallfasten, sodass Sie beispielsweise nach der letzten Nahrungsaufnahme um 18 Uhr frühestens am kommenden Tag erst wieder ab 8 Uhr etwas essen sollten.

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