Acomplia vom Markt - Alternativen?

 Acomplia war ein Appetitzügler, welcher aufgrund der Empfehlung der europäischen Arzneibehörde 2006 vom Markt genommen wurde. Seit dem 24. Oktober 2008 wurden alle Medikamente, die den Wirkstoff Rimonabant enthielten, aus der Produktpalette der Apotheken genommen. Die USA verweigerten 2007 aufgrund des hohen Risikos an schwerwiegenden Nebenwirkungen die Zulassung.

Aktuell gibt es Alternative Appetitzügler, auch auf Ferndiagnose über das Internet.

Zuletzt geändert am: 16. April 2021
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Katharina Schmitt
FAQ über Acomplia:

Der Wirkstoff in Acomplia, Rimonabant, diente ursprünglich dazu, stark übergewichtigen bzw. adipösen Erwachsenen das Abnehmen zu erleichtern. Dieses Präparat wurde volljährigen Personen mit einem BMI von über 30 verschrieben. Meist handelte es sich um Übergewichtige, die infolge des Übergewichts an Störungen des Fettstoffwechsels oder Diabetes mellitus litten. Bei diesen Patienten ist das Risiko einer Erkrankung der Herzkranzgefäße sehr groß.

Der Appetitzügler konnte den Heißhunger effektiv unterdrücken. Die Einnahme sollte aber keinesfalls eine Diät bzw. therapeutische Maßnahmen ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Das Ziel war eine Minderung des Körpergewichts, die aufgrund des veränderten Lebensstils auch nach der Behandlung anhält.

 Dieser Wirkstoff wurde grundsätzlich nur unter speziellen Voraussetzungen verschrieben. Wenn weder eine kalorienarme Ernährung, noch eine Änderung der Essgewohnheiten und vermehrte körperliche Aktivität zu einer Gewichtsminderung führten, bewilligte der Arzt diesen Schlankmacher. Ein BMI von über 30 war dafür ebenfalls notwendig. 

 Im Zuge der Einnahme kam es vermehrt zu schweren psychiatrischen Störungen wie Angstzuständen, Depression, Schlafstörungen und bei einigen Personen wurde auch eine gesteigerte Aggressivität festgestellt. Personen, die Acomplia einnahmen, hegten vermehrte Selbstmordgedanken. Es kam auch zu Selbstmordversuchen. Folglich entschied sich der Hersteller dazu, dieses Präparat aus dem Verkehr zu ziehen.

Nirgends. Das Medikament wurde schon vor langen vom Markt genommen. Aktuell verfügbar Acomplia Präparate sind offensichtlich Fälschungen und enthalten nicht den Original Rimonabant Wirkstoff. Von solch einem Erwerb sollte dringend abgeraten werden. Ärzte verschreiben heute Alternativen zu Acomplia wie Alvalin oder Tenuate

HINWEISE

Der in Acomplia enthaltene Wirkstoff Rimonabant löste schwere Depressionen auf und es kam im Zuge der Einnahme zu Suizidgedanken und mehreren Selbstmordversuchen. Daher wird Acomplia nicht mehr vertrieben. 

Alternativen:
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    Wirkung von Acomplia

     Der arzneilich wirksame Inhaltsstoff Rimonabant zählt zu den Cannabinoid-Rezeptor-Antagonisten. Dieser Bestandteil von Acomplia blockierte den Cannabinoid-Rezeptor Typ 1, der auch als CB1 bekannt ist. Diese im Nervensystem und in den Fettzellen befindlichen Rezeptoren sind ein wichtiger Teil des körpereigenen Systems. Der Cannabinoid-Rezeptor Typ 1 steuert die Nahrungsaufnahme und ist auch im Fettgewebe zu finden.

    Die Wirkungsweisen von Acomplia wurden in mehreren Versuchsmodellen getestet, bevor Humanstudien durchgeführt wurden. Insgesamt nahmen rund 7000 adipöse Patienten an vier Studien teil. Die Testpersonen wiesen ein Ausgangsgewicht zwischen 94 und 104 Kilogramm auf. Die Studie erstreckte sich über zwei Jahre. Es wurde erfasst, wie die Patienten ihren Gewichtsverlust auch im zweiten Jahr halten konnten.

    Laut Testresultat wurde die Gewichtsreduktion vor allen in den ersten neun Behandlungsmonaten erzielt. Das Testergebnis war, dass alle Versuchsteilnehmer mehr Kilos verloren als jene Testkandidaten, die ein Placebo einnahmen. Durchschnittlich verloren die Versuchspersonen 4,9 Kilogramm mehr als jene Personen, die ein Placebo erhielten.

    Die Diabetiker-Studie belegte, dass Acomplia zu einem deutlichen Gewichtsverlust führte. Zudem verringerte sich das Risiko der Gewichtszunahme nachweislich.

     Acomplia wurde zugelassen, da der Ausschuss für Humanarzneimittel die Gewichtsreduktion bestätigen konnte. Stark übergewichtige oder adipöse Patienten mit nachweislichen Risikofaktoren könnten ihr Gewicht nachweislich reduzieren. Der Ausschuss war der Meinung, dass die Vorteile des Arzneimittels gegenüber den gesundheitlichen Risiken überwiegen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel ließ dieses Präparat als unterstützende Maßnahme zur Verringerung des Körpergewichts zu, sofern sich die Patienten an das Gesamtkonzept einer kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung hielten.

    Einnahmeempfehlungen

    Dosierung von Acomplia

    Der Wirkstoff Rimonabant war in Tablettenform erhältlich. Die Tabletten waren weiß, tropfenförmig und sollten einmal täglich eingenommen werden. Empfohlen wurde die Einnahme vor dem Frühstück. Die Patienten wurden angewiesen, während der Einnahme eine kalorienarme Kost zu sich zu nehmen und die körperliche Aktivität zu steigern.

    Nebenwirkungen von Acomplia

    Besonders häufig berichteten Patienten von Übelkeit und Infektionen der oberen Atemwege.

    Jene Patienten, die aufgrund der Einnahme von Acomplia depressiv wurden oder Stimmungsänderungen wahrnahmen, waren angewiesen, einen Arzt aufzusuchen.

    Häufig auftretende Nebenwirkungen:
    • Depressive Störungen
    • Änderungen der Stimmung
    • Angstzustände
    • Reizbarkeit
    • Nervosität
    • Parasomnien
    • Schlafstörungen und Schlaflosigkeit
    • Schwindel
    • Gedächtnisverlust
    • Lethargie
    • Ischialgie
    • Hypoästhesie
    • Hitzewallung
    • Tremor
    • Hitzewallungen
    • Verstopfung
    • Durchfall
    • Muskelkrämpfe
    • Muskelspasmen
    • Tendinitis
    Selten auftretende Nebenwirkungen:
    • Paniksymptome
    • Dysphorie
    • emotionale Verstimmungen
    • Aggressivität und aggressives Verhalten
    • Suizidgedanken.

    Die Forscher führten keine Studie in Bezug auf die Auswirkungen der Einnahme von Acomplia auf die Verkehrstüchtigkeit durch. Ebenso gibt es keine Studien, in welchen die Auswirkungen auf die Bedienung von Maschinen durchgeführt wurden.

    Rimonabant

    Warnhinweise

    Patienten über 75 sollten diesen Schlankmacher ebenso mit Vorsicht anwenden wie Patienten, die eine leicht bis mittel eingeschränkte Funktion der Leber aufwiesen. Nicht angewendet werden durfte dieses Präparat von Personen, die an einer stark eingeschränkten Funktion der Leber litten.

    Acomplia durfte nicht an Kinder und Jugendliche verabreicht werden, da für diese Altersgruppe keine Daten in puncto Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vorlagen.

    In Acompia ist Lactose enthalten. Folglich sollten Personen mit hereditärer Galactose-Intoleranz oder Glucose-Galactose-Malabsorption diesen Schlankmacher nicht einnehmen.

    Wechselwirkungen

    Personen, die auf den Wirkstoff Rimonabant oder andere Bestandteile von Acomplia allergisch reagierten, sollten dieses Präparat keinesfalls einnehmen. Ebenso war die Anwendung nicht für stillende Mütter gedacht. 

    Von der Einnahme bei einer bereits bestehenden schweren Depression wurde abgeraten. Ebenso wurde dieses Präparat nicht verschrieben, wenn Personen zeitgleich Antidepressiva einnahmen. Grund hierfür war, dass Acomplia den Grad der Depression verstärkte und eine Minderheit von Patienten Selbstmordgedanken auftraten.

    Vorsicht war bei der gleichzeitigen Einnahme von Itraconazol geboten. Itraconazol wird bei Pilzinfektionen verschrieben. Auch bei der zeitgleichen Einnahme von Ketoconazol, Telithromycin und dem Antibiothikum Clarithromycin wurde zur Vorsicht aufgerufen.

    Wer Ritonavir zur Behandlung von HIV einnahm, musste die Einnahme von Acomplia mit dem Arzt absprechen, da Wechselwirkungen möglich waren.

    Wo kann man Acomplia kaufen?

    Acomplia war ein verschreibungspflichtiger Schlankmacher. Das Rezept musste von einem Arzt ausgestellt werden. Hausärzte und Fachärzte waren berechtigt, Acomplia ebenso wie Präparate mit dem Inhaltsstoff Rimonabant zu verschreiben.

    Aktuell können Ärzte nur Rezepte für Alternativen wie Tenuate oder Alvalin ausstellen. Dies ist auch über eine Ferndiagnose im Internet möglich. Damit ist kein persönlicher Arztbesuch nötig.

    Quellen: