Kann man mit Topiramat abnehmen?

Das Antiepileptikum scheint bei adipösen Migräne Patienten sehr beleibt zu sein. Das Medikament welches auch unter Topamax bekannt ist,  hat eine antikonvulsive, neuroprotektive und appetithemmende Eigenschaft. Außerhalb der Anwendung gegen Migräne wird Topamax gerne dann eingesetzt werden, wenn der Patient auch Übergewichtig ist. Als reines Diätmittel wird das Medikament allerdings nicht verschrieben. Alternative Appetitzügler werden im Artikel genannt. 

Zuletzt geändert am: 16. November 2020
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Katharina Schmitt
FAQ über Topiramat:

Topiramat ist ein Wirkstoff gegen Epilepsie. Es zeigt bei nahezu allen an herdförmiger als auch generalisierter Epilepsie erkrankten Patienten gute Therapieerfolge. Topiramat wird zur Behandlung von sogenannten fokalen epileptischen Anfällen (Anfälle die nur in begrenzten Gehirnregionen ablaufen) eingesetzt.

Der Wirkstoff wird auch für sogenannten generalisierten Epilepsieanfällen geeignet. Eine weitere gute Indikation ist beim kindlichen Epilepsie-Syndrom (Lennox-Gastaut-Syndrom) gegeben. Außerdem hat sich der Wirkstoff in der Kopfschmerz-Prophylaxe (Topamax als Migräne Vorbeugung) bewährt. 

Neben den genannten Anwendungsgebieten ist auch der Einsatz bei chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und die Essstörung Bulimia nervosa, möglich. Aktuell laufen auch klinische Untersuchungen hinsichtlich der Therapiemöglichkeiten von Topiramat bei Alkohol- oder Kokainabhängigkeit.

Der Wirkstoff gilt als gut verträglich und wird in Form von Filmtabletten oder Hartkapseln in unterschiedlichen Dosierungen von 25, 50, 100 und 200 mg verabreicht. Eine spürbare Wirkung tritt nach ca. 30 Minuten ein und hält für mindestens 16 Stunden an.

Nein. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und sollte nur mit gültiger ärztlicher Verordnung erworben werden. 

HINWEISE

Topiramat hat eine sehr breite Wirksamkeit gegen Epilepsie. Als Diätmedikament wird Topiramat nicht verschrieben. Ärzte können anstelle dessen alternative Appetitzügler verschreiben. 

Alternativen:
Artikelübersicht:
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    Topiramat Fotos:
    Topiramat als Diätpille?

    Wie kann Topiramat beim Abnehmen helfen?

    Der Wirkstoff Topiramat in Topmax & zahlreichen Topiramat Generika  hat eine appetitzügelnde Wirkung und vermindert die Aufnahme von Nahrung.

    Viele Ärzte berichten, dass bei einigen ihrer Patienten, die mit Topiramat behandelt wurden, eine Gewichtsabnahme von mehreren Kilos, im Durchschnitt 2-3 kg beobachtet wurde.

    In einigen Ländern, z. B. in den USA ist ein Kombipräparat aus Phenteramin und Topiramat (Qsymia®) als Schlankheitsmittel zugelassen. In Deutschland bisher nicht.

    Es gibt aber bereits randomisierte kontrollierte (RCT) Studien, die den Schluss zulassen, das sich durch die Kombination von Phentermin und Topiramat das Abnehmen bei stark Übergewichtigen (Fettleibigkeit) medikamentös unterstützen lässt.

    Auch in Erfahrungsberichten geben 14 % von 85 Patienten an, einen Gewichtsverlust als Nebenwirkung verspürt zu haben. Andere Nebenwirkungen sind Müdigkeit (37%), Konzentrationsschwierigkeiten (16%), Schwindel (16%) und Kribbeln (15%).
    Wirkungsmechanismus von Topiramat

    Was bewirkt Topiramat?

    Es ist bekannt, dass der Wirkstoff die unkontrollierte Weiterleitung elektrischer Impulse im zentralen Nervensystem bzw. im Gehirn hemmt und dadurch auftretende Erregungszustände, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen reduziert.

    Im zentralen Nervensystem des Menschen befinden sich Schaltstellen, sogenannte Rezeptoren, die durch bestimmte chemische Botenstoffe (Neurotransmitter), wie AMPA (α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isoxazolpropionsäure) und GABA (γ-Aminobuttersäure) aktiviert werden.

    Der am häufigsten vorkommende, agonistische Neurotransmitter AMPA bindet an die AMPA-Rezeptoren und wirkt dämpfend auf Muskelkontraktionen und regulierend auf neuromuskuläre Erregbarkeit (NME).

    Der Botenstoff GABA bindet an die GABA-Rezeptoren und sorgt in den Nervenzellen für ein Gleichgewicht zwischen Dämpfung und Erregung. Topiramat hat die gleiche Wirkungsweise. Es greift an beiden Rezeptoren an und verhindert zuverlässig eine übermäßige Erregung der Zellen im zentralen Nervensystem.

    Nebenwirkungen von Topiramat

    Ein häufig beobachtetes Allgemeinsymptom der Einnahme von Topiramat ist eine Gewichtsabnahme, eine Nebenwirkung die seit Jahren auch direkt für Abnehm-Zwecke genutzt wird. Andere Nebenwirkungen hingegen sind eher unerwünscht.

    Folgende Nebenwirkungen treten sehr häufig auf (mehr als 1/10):
    Folgende Nebenwirkungen treten häufig auf (mehr als 1/100):

    Um das Auftreten von Nebenwirkung so gering wie möglich halten, sollte Topiramat langsam aufdosiert werden, wobei man die Therapie standardmäßig mit 25 mg/Tag beginnt. Nach der ersten Woche kann die Dosis dann um 25 mg/Tag wöchentlich gesteigert werden. Üblicherweise ist die Zieldosis dabei 100 mg. Diese kann bis zu 200 mg/Tag gesteigert werden.

    Warnhinweise

    Beim Auftreten folgender Anzeichen oder Symptome ist ist gegebenenfalls eine Reduktion der Dosierung oder sogar eine Beendigung der Behandlung notwendig.

    Wechselwirkungen von Topiramat

    Topiramat kann durch andere Medikamente in seiner Wirksamkeit beeinflusst oder selbst die Wirksamkeit von Medikamenten negativ beeinflussen.

    Antikonvulsivum-Mitteln

    Bei gleichzeitiger Verabreichung von Antikonvulsivum-Mitteln wie "Carbamazepin" und "Phenytoin" oder der Behandlung mit Barbituraten, verringert sich die Verweildauer von Topiramat im Körper. Dann ist ggf. eine Dosiserhöhung von Topiramat in Betracht zu ziehen.

    Digoxin

    Die Wirkung des Herzmedikaments "Digoxin", kann sich bei gleichzeitiger Verabreichung von Topiramat abschwächen, sodass eine Kontrolle des Digoxinspiegels im Blut und ggf. eine Dosisanpassung notwendig werden.

    Metformin

    Die Wirkung des Diabetes-Medikaments "Metformin", kann unter einer Behandlung mit Topiramat ansteigen, sodass ggf. eine Kontrolle und Neueinstellung der Zuckerwerte erforderlich wird.

    Harntreibenden Medikamente

    Bei gleichzeitiger Behandlung mit harntreibenden Medikamenten wie "Triamteren" und "Acetazolamid" sollte man erhöhte Vorsicht walten lassen, da diese Arzneistoffe die Bildung von Nierensteinen fördern können.

    Kontraindikationen von Topiramat

    Unter den Gegenanzeigen ist besonders zu erwähnen die teratogene Wirkung von Topiramat. Die Einnahme des Wirkstoffs in der Frühschwangerschaft kann beim Embryo/Fetus zu strukturellen oder funktionalen Organstörungen und Fehlbildungen führen. Dazu gehören insbesondere Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Fehlmündungen der Harnröhre (Hypospadien) aber auch andere Anomalien.

    Aus diesen Gründen ist eine Behandlung mit Topiramat, bei Frauen im gebär­fähigen Alter, sofern diese keine wirksame Verhütungsmethode anwenden, absolut kontraindiziert.

    Die Antibabypille wird in ihrer Wirkung durch Topiramat nicht abgeschwächt. Es liegen jedoch Indikationen vor, dass ab einer Dosis von 200 mg/Tag statt der Antibabypille andere Verhütungsmethoden vorzuziehen sind.

    Des Weiteren darf Topiramat bei einer Überempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff nicht verabreicht werden. Auch bei Kindern unter 2 Jahren sollte aufgrund zu geringer Erfahrungswerte auf eine Behandlung mit Topiramat generell verzichtet werden.

    Vorsichtig gilt auch bei Patienten mit Nierensteinen oder schweren Leberfunktionsstörungen.

    Wo kann man Topiramat kaufen?

    Topiramat wird in Deutschland von dem Pharmaziehersteller Janssen-Cilag mit Sitz in Neuss unter dem Handelsnamen Topamax vertrieben. Das Unternehmen besaß zu Beginn das alleinige Patent für den Wirkstoff. Seit Patentablauf im Jahr 2009 vertreiben mittlerweile auch andere Unternehmen den Wirkstoff.

    So die Firma STADAPHARM GmbH unter dem Handelsnamen „TOPIRAMAT Migräne STADA“. Oder die Glenmark Arzneimittel GmbH unter dem Handelsnamen „Topiramat Glenmark Filmtabletten“.

    Liegt ein Rezept für Topiramat vor, können Patienten in jeder Apotheke Topamax kaufen.

    FAZIT & MEINUNG

    Topiramat gegen Übergewicht? Alternativen

    Sollte bei übergewichtigen Patienten eine Migräne bestehen, können Ärzte auch den Wirkstoff Topiramat verschreiben. Alleinig als Diätmittel eignet sich der Wirkstoff allerdings nicht. Als Appetitzügler verschreiben Ärzte alternativen wie Cathin oder Amfepramon. Als Tropfenform ist Alvalin mit dem Wirkstoff Cathin bekannt, in Tablettenform dagegen Tenuate, Regenon oder Mysimba.

    Quellen: