Operationen gegen Übergewicht

Stark übergewichtige Menschen haben es besonders schwer, abzunehmen. Ihr Magen ist zwei bis drei Mal größer, als der von normalgewichtigen Personen, ihr Stoffwechsel gestört, sie können sich zunehmend schlechter bewegen und sie müssen weniger Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur von 37° aufrechtzuerhalten. Daher sind Operationen oftmals der letzte Ausweg für stark übergewichtige Menschen. Doch welche Operationen helfen wirklich und zahlen die Krankenkassen diese Eingriffe?

 

Fettabsaugung

 

fettabsaugungDie Fettabsaugung ist eine sogenannte Schönheitsoperation und nicht für adipöse Personen geeignet. Einerseits können nur etwa 4 bis maximal 6 Liter Fett abgesaugt werden, was für stark übergewichtige, bei denen mehr Komplikation auftreten, als bei normalgewichtigen, ein unnötiges Risiko ohne wirklich ersichtlichen Erfolg bedeutet.

Andererseits wird das abgesaugte Fett in der Regel direkt wieder angesetzt, da sich durch diesen Eingriff weder das Magenvolumen oder der Stoffwechsel verändern, noch die Ernährungsgewohnheiten umgestellt werden.

Zudem können die wirklichen Gefahren mit dieser Operation nicht vermieden werden, da die innere Verfettung der Organe die größte Bedrohung darstellt und nicht das äußerlich angesetzte Körperfett.

 

Magen Operationen

 

Es gibt mittlerweile eine Auswahl an unterschiedlichen Magen-Operationen, die stark adipösen Personen einen Ausweg aus ihrer Misere bieten können. Diese Eingriffe sind aber stets mit erheblichen Risiken verbunden und sie sollten daher nur in Erwägung gezogen werden, wenn alle anderen Methoden gescheitert sind.

Außerdem reicht die alleinige Operation nicht aus, um die Gesundheit dauerhaft zu verbessern, muss der Patient auch willens sein, seineEssgewohnheiten und Lebensstil zu ändern.

 

Magenband

 

operationen magenbandDie Magenband-Operation ist mit etwa 1500 Eingriffen im Jahr, eine der gängigsten Methoden in der Adipositas-Chirurgie. Hierbei wird ein Silikonband um den Magen gelegt, sodass ein kleiner Teil des oberen Magens vom Restmagen abgetrennt wird.

Dadurch sammelt sich die Nahrung erst in dem kleinen Vormagen an und kann nur sehr langsam in den Restmagen rutschen. Der Patient ist daher schneller satt und er ist auch nicht in der Lage, große Nahrungsmengen zu sich zu nehmen.

Das Band kann bei Bedarf enger oder weiter gestellt werden, um die aufzunehmende Essensmenge zu verringern oder zu vergrößern.

Allerdings können immer noch kalorienreiche Flüssigkeiten getrunken werden und somit kann dennoch eine positive Energiebilanz hergestellt werden.

60% der Operierten verlieren durch den Eingriff in einem Jahr zwei Drittel ihres Übergewichts. Um einen erneutes Übergewicht zu verhindern, bleibt das Band auch nach einer starken Gewichtsreduktion lebenslang im Körper, was den Lebensstil und die Essgewohnheiten der betroffenen Person stark beeinträchtigt.

Es ist nicht möglich, große Mengen zu verzehren und das Essen muss sorgfältig gekaut werden, um durch die Magenschlinge zu passen und somit Schmerzen zu vermeiden. Das Band kann außerdem mit der Zeit nach oben oder nach unten rutschen und Magenbereiche abklemmen.

 

Schlauchmagen

 

Als Schlauchmagen wird die operative Verkleinerung des Magens bezeichnet. Dabei werden große Teile des Magens entfernt und der Restmagen wird mit einer Klammernaht wieder verschlossen.

Somit verringert sich der Appetit des Betroffenen, ohne dass die Beweglichkeit des Magens beeinträchtigt wird. Schlauchmagen Patienten können dahereinfacher verdauen, als Menschen mit einem Magenband.

Außerdem wird bei der Operation die Produktionsstätte eines wichtigen Hormons entfernt, welches das Hungergefühl steigert und das Sättigungsempfinden vermindert.

Allerdings kann sich der Magen wieder ausdehnen, wenn der Patient weiterhin viel isst und es besteht auch das Risiko, dass dieKlammernaht nach dem Eingriff blutet oder sich gar löst.

 

Magenbypass

 

magenbypassDer Magenbypass ist hierzulande der am häufigsten verwendete Adipositas-Eingriff und gilt als die beste operative Methode gegen Fettleibigkeit. Dabei wird der Magen verkleinert und der Darmtrakt so umgebaut, dass geringere Mengen an Nährstoffen aufgenommen werden können.

Dafür wird zuerst der Magen operativ verkleinert und dann direkt mit dem Dünndarm verbunden.

Somit wird bei der Verdauung der Zwölffingerdarm umgangen und dieVerdauungssäfte werden erst viel später dazu geleitet. Der Körper kann die Nahrung schlechter zerlegen und scheidet größere Mengen davon aus.

Patienten verlieren etwa 75% ihres Übergewichts infolge dieser Operation.

Allerdings müssen die Betroffenen nach dem Eingriff auch lebenslänglich Mineralstoff- und Vitaminpräparate zu sich nehmen, da durch die schlechte Nährstoffverwertung auch Mangelerscheinungen auftreten, die unter anderem zu Blutarmut,Osteoporose oder Haarausfall führen können.

Wie auch bei anderen sogenannten malabsorptiven Verfahren besteht beim Magenbypass zudem die Gefahr, dass die Nahtstellen zwischen Magen und Darm platzen.

Weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Roux-en-Y-Magenbypass

 

Kosten und Übernahme durch die Krankenkassen

 

Die Kosten der Operationen gegen Fettleibigkeit hängen von dem gewählten Operationsverfahren und auch von derLänge des stationären Aufenthaltes ab. Die Krankenkassen bezahlen die Kosten, insofern ein Gutachten vorgelegt und akzeptiert wurde.

In der Regel muss der Patient folgende Bedingungen erfüllen, damit die Krankenkasse die Kosten des Eingriffs übernimmt:

 

  • BMI größer 40 kg/m2 oder BMI größer 35 kg/m2 mit Adipositas bedingten Begleiterkrankungen (In Ausnahmefällen kann der BMI auch unter 35 liegen)
  • Über drei Jahre lang bestehendes Übergewicht
  • Lebensalter zwischen 18 und 65 Jahren
  • Keine bestehende Schwangerschaft
  • Ausschluss schwerer Stoffwechselerkrankungen
  • Der Patient muss zuvor mindestens zwei ärztlich kontrollierte Abnahmeversuche, wie etwa Kuren, Rehabilitationen oder ärztlich kontrollierte Diäten, durchgeführt haben
  • Psychosomatische oder endokrinologische Ursachen für das Übergewicht müssen ausgeschlossen sein
  • Schwere Stoffwechsel- oder Suchterkrankung müssen ausgeschlossen sein

Ein Kommentar

  • Ja ja mein Sohn hat alle Punkte erfüllt und trotzem weigern sich Ärtzte und Krankenkasse ihm zu helfen ,wir haben nicht das Geld ihm zu helfen .Was können wir noch unternehmen um ihm zu helfen

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