Ursachen der Fettleibigkeit

Die grundlegende Ursache von Fettleibigkeit ist eine positive Energiebilanz, also wenn die Zufuhr von Energie höher als dessen Verbrauch ist. Dies kann wiederum durch verschiedene Faktoren verursacht werden, meistens ist die Entstehung von Adipositas auf mehrere davon zurückzuführen.

 

Folgende sind die häufigsten Ursachen des Übergewichts:

 

  • Überernährung, falsche Ernährung und Bewegungsmangel (Sozio-kulturelle Faktoren)
  • Genetische Faktoren
  • Erkrankungen, pränatale Faktoren und Medikamente
  • Schlafgewohnheiten

 

Überernährung, falsche Ernährung und Bewegungsmangel

 

Eine übermäßige und unausgeglichene Ernährung einerseits und der Mangel an Bewegung andererseits führen zu einemÜberschuss an Energie, welche folglich in Fett-Depots abgespeichert wird. Insbesondere in den Industrieländern ist nicht nur immer weniger Bewegung nötig und das Angebot an Lebensmitteln hoch, auch die Qualität und die Zusammensetzung der Nahrung sind unangemessen.

Ein Zusammenhang zwischen dem physiologischen Brennwert der Lebensmittel und einem hohen BMI (Body Mass Index) konnte bei einer Studie nicht beobachtet werden, dafür zeigte sich, dass insbesondere eine fettreiche Ernährung mit einem zu hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und einer zu geringen Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen häufig zu Übergewicht führt.

Doch auch zuckerhaltige Getränke scheinen eine sehr große Rolle zu spielen. Die in den industrialisierten Ländern angebotenen Nahrungsmittel sind zudem sehr häufig mit Geschmacksverstärkern und anderen Zusatzstoffen angereichert, welche kein ausreichendes Sättigungsgefühl erzeugen oder appetitfördernd sein können.

Auch das hohe Angebot an kurzkettigen, leicht verdaulichen Kohlenhydraten kann sich negativ auf das Gewicht auswirken, da der Körper für die Verwertung weniger Energie benötigt und die Verweildauer geringer ist, der Grundumsatz sinkt also und gleichzeitig hält das Gefühl der Sättigung nur kurz an.

Der hohe Zuckeranteil beeinflusst zudem den Blutzuckerspiegel und fördert das Hungergefühl. Generell führen viele sozio-kulturelle Faktoren zum Energieüberschuss.

 

Sozio-kulturelle Faktoren

 

  • Sitzende Tätigkeit
  • Transportmittel (Auto, Fahrstuhl, Rolltreppe)
  • Passive Freizeit (Computer, Fernsehen)
  • Übersprungshandlung (Frust, Langeweile, Stress)
  • Waren-Überangebot
  • Ersatz für persönliche und emotionale Zuwendung
  • Erziehung („Der Teller wird leer gegessen“)
  • Keine geregelten Mahlzeiten
  • Fastfood
  • Portionengröße, Essgeschwindigkeit
  • Zu hoher Fett-, Salz- und Zuckergehalt
  • Geschmacksverstärker (können appetitanregend sein)
  • Farb- und Geruchsstoffe (lassen das Essen appetitlicher erscheinen)
  • Werbung (für zucker- und fetthaltige Lebensmittel)
  • Geschmacksprägung durch Zuckerzusatz (bereits in der Babynahrung enthalten)
  • Jo-Jo-Effekt nach einer Diät
  • Übergewicht als Zeichen für Wohlstand in manchen Kulturen
  • Sportarten, bei denen Übergewicht vorteilhaft ist (Sumō-Ringen)

 

Genetische Faktoren

 

Studien mit Adoptivkindern zeigten, dass die Neigung zum Übergewicht vererbt werden kann, da es einen starken Zusammenhang zwischen ihrem BMI und dem ihrer leiblichen Eltern, nicht aber ihrer Adoptiveltern gab. Die Erbfaktoren prägen die Nahrungsverwertung, den Grundumsatz und das Fettverteilungsmuster.

Es gibt sogenannte gute und schlechte Futterverwerter, einige Menschen können also den Energieüberschuss besser in den Fettzellen abspeichern als andere. Die genetische Veranlagung steigert jedoch nur das Risiko für Fettleibigkeit, kann dieses jedoch nur in Kombination mit anderen Faktoren verursachen.

 

Erkrankungen und Medikamente

 

Gewisse Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten und auch pränatale Faktoren können die Entstehung von Fettleibigkeit fördern. Insbesondere Esssucht und Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Störungen des Cortisolhaushaltes und Glucosestoffwechselstörungen mit Hyperinsulinismus können ein Übergewicht begünstigen oder verursachen. Adipositas kann außerdem aufgrund von Nebenwirkungen bestimmter Medikamente entstehen.

 

Doch auch pränatale Faktoren, also Veränderungen und Vorgänge, die den Fötus bereits im Mutterleib prägen, haben einen Einfluss auf Adipositas. Zu ihnen gehören bestimmte Erkrankungen der Mutter (z. B. Diabetes mellitus) sowie dieEinnahme von gewissen Medikamenten und Chemikalien während der Schwangerschaft.

 

Des Weiteren wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen Adipositas und dem Adenovirus besteht. In gewissen Fällen scheint die Fettleibigkeit auf eine Infektion mit diesem Virus zurückzuführen zu sein, denn das Adenovirus kann Stammzellen zu Fettzellen transformieren.

 

Schlafgewohnheiten

 

Viele Studien belegen, dass ausreichender und qualitativ hoher Schlaf wichtig ist, um Adipositas zu vermeiden. Ausreichend zu schlafen führt zu einer geringeren Nahrungsaufnahme, einer niedrigen Nüchtern-Leptin-Konzentrationund folglich zu einem geringerem Gewicht. Außerdem benötigt der Körper nachts viel Energie, um mit Hilfe des HGH-Hormons Körperzellen zu regenerieren.

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