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Diät-Check
🥦 Nur Gemüse und Obst🍋 Entsäuern? Unnötig⏱ Meist 7 Tage

Basenfasten: Sauer bist du nicht, nur hungrig

Eine Woche nur Gemüse, Obst und Kräutertee, damit dein Körper „entsäuert“. Klingt gesund, beruht aber auf einem Mythos. Dein Blut ist nicht übersäuert, und Brokkoli ändert daran nichts. Abnehmen kannst du trotzdem, weil die Woche fast automatisch ein ordentliches Kaloriendefizit erzeugt.

Aktualisiert: November 2026 · Jörg Keller · Lesezeit 13 Min.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Basenfasten heißt meist eine Woche nur Gemüse, Obst, Kräuter und Nüsse, alles Tierische, Getreide, Zucker und Kaffee fliegen raus
  • Die Idee der chronischen Übersäuerung ist nicht belegt, Lunge und Nieren halten den Blut-pH stabil bei 7,35 bis 7,45
  • Du nimmst trotzdem ab, weil Gemüse viel Volumen und wenig Kalorien hat, ein Teil der ersten Kilo ist aber Wasser
  • Was wirklich hilft, ist die Nebenwirkung, mehr Gemüse, weniger Zucker, weniger Alkohol
  • Basenpulver, Einläufe und Glaubersalz kannst du dir sparen, die Woche ersetzt keine dauerhafte Umstellung
Basenfasten: Übersäuert? Nö, nur hungrig
Diät-SteckbriefNote 3,5
  • Abnehmerfolg
  • Alltagstauglich
  • Sattmacher
  • Jojo-Schutz
  • Wissenschaft
  • Günstig

Passt zu dir, wenn …du einen klaren Schnitt nach Weihnachten oder Urlaub willst, gerne kochst und Gemüse wieder lieben lernen möchtest, ohne Kalorien zu zählen.

Lass es, wenn …du schwanger bist, eine Essstörung hattest, Nierenprobleme hast oder glaubst, mit einer Woche Basen die Sünden eines Jahres wegzuspülen.

Was ist Basenfasten?

Basenfasten ist eigentlich gar kein Fasten. Du isst drei Mahlzeiten am Tag, allerdings nur Lebensmittel, die im Stoffwechsel als „basenbildend“ gelten. Das sind vor allem Gemüse, Obst, Kartoffeln, Kräuter, Keimlinge und ein paar Nüsse. Alles, was als „säurebildend“ gilt, bleibt draußen, also Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Getreide, Zucker, Kaffee und Alkohol.

Bekannt gemacht hat die Methode die Mannheimer Heilpraktikerin Sabine Wacker, die das Basenfasten ab 1997 etablierte und dazu zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Die klassische Kur dauert eine Woche und lässt sich verlängern. Dahinter steht die Vorstellung, dass moderne Ernährung den Körper schleichend übersäuert und dass eine Woche Gemüse diese Säuren „ausleitet“.

🥦Pflanzlich und vegan

Für eine Woche gibt es nichts Tierisches. Gemüse ist die Hauptsache, Obst die Beilage.

🚫Kein Kaffee, kein Zucker

Auch Brot, Nudeln, Alkohol und Limo fallen weg. Das ist der Teil, der wirklich etwas bringt.

💧Viel trinken

Empfohlen werden 2 bis 3 Liter stilles Wasser oder verdünnter Kräutertee am Tag.

Dazu gehören in der Wacker-Methode einige Rituale, die mit Ernährung wenig zu tun haben. Zum Beispiel Darmreinigung per Einlauf oder Glaubersalz alle zwei bis drei Tage, Rohkost nur bis zum frühen Nachmittag und ausdrücklich kein Sprudelwasser. Das Team um Wacker wirbt mit bis zu 4 Kilo pro Woche. Ob das stimmt und was davon Fett ist, rechnen wir weiter unten nach. Anders als beim Heilfasten musst du beim Basenfasten also nicht hungern, sondern nur sehr einseitig essen.

Der Übersäuerungs-Mythos im Faktencheck

Jetzt wird es unbequem für alle, die Basenpulver verkaufen. Eine chronische, unbemerkte Übersäuerung ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Verbraucherzentrale schreibt klar, dass der Blut-pH eng zwischen 7,35 und 7,45 gehalten wird. Überschüssige Säuren scheiden die Nieren aus oder die Lunge atmet sie als Kohlendioxid ab. Diese Puffersysteme arbeiten bei Gesunden zuverlässig, auch bei Sport, Fasten oder viel Fleisch.

🫁Die Lunge

Sie atmet Säure als CO₂ ab und reagiert innerhalb von Minuten.

🫘Die Nieren

Sie scheiden überschüssige Säure über den Urin aus. Deshalb schwankt der Urin-pH, das Blut aber nicht.

🧪Die Puffer im Blut

Bicarbonat und Eiweiße fangen Schwankungen sofort ab, rund um die Uhr.

Eine echte Übersäuerung, die Azidose, gibt es durchaus. Sie entsteht aber bei schweren Krankheiten wie entgleistem Diabetes, Nierenversagen oder COPD. Wer sie hat, merkt das und gehört ins Krankenhaus, nicht in die Gemüseabteilung. Wie wenig Essen am Blut ändert, zeigt eine systematische Übersicht in BMJ Open von 2016.

Was Essen am pH-Wert ändert

Größte gemessene Verschiebung in pH-Einheiten nach Säure-Basen-Ernährung, Fenton und Huang, BMJ Open 2016

Urin-pH
bis 1,2
Blut-pH
bis 0,02

Der Urin wird also basischer, das Blut praktisch nicht. Die Teststreifen aus der Apotheke messen nur, dass deine Nieren funktionieren. Dieselbe Übersicht fand unter 8.278 Treffern genau eine passende Studie zu Säurelast und Krebs, ohne Zusammenhang. Das Urteil der Autoren ist eindeutig, für Krebs-Vorbeugung oder -Behandlung ist basische Ernährung nicht zu rechtfertigen. Auch die beliebte Behauptung, „saures“ Essen raube Kalzium aus den Knochen, hielt einer Meta-Analyse zur Kalziumbilanz nicht stand.

Der Zitronen-Witz: Der pH-Wert eines Lebensmittels sagt nichts über seine Wirkung im Körper. Zitronensaft hat einen pH von 2,4 und gilt trotzdem als basenbildend, Fleisch mit pH 5,6 als säurebildend. Entscheidend ist, was nach der Verdauung übrig bleibt. Mit „sauer schmecken“ hat das nichts zu tun.

So funktioniert Basenfasten wirklich

Wenn die Säuren nicht der Grund sind, warum nehmen dann so viele beim Basenfasten ab? Ganz einfach, weil sie eine Woche lang deutlich weniger Kalorien essen. Ein Kilo Körperfett speichert rund 7.000 kcal. Wer seinen Bedarf kennt, sieht sofort, was eine Woche Gemüse bewirkt. Deinen eigenen Verbrauch rechnest du mit meiner Anleitung zum Kalorienverbrauch ermitteln aus.

🥗Volumen ohne Kalorien

300 Gramm Gemüse füllen den Teller und haben oft weniger als 100 kcal. Der Magen ist voll, das Konto kaum belastet.

🍫Kalorienbomben fallen weg

Schokolade, Käse, Wurst, Brot, Bier und Pizza sind alle verboten. Genau dort stecken die meisten Kalorien.

☕Keine flüssigen Kalorien

Latte macchiato, Saft, Wein und Limo sind raus. Für viele sind das allein 300 bis 500 kcal am Tag.

Basenfasten ist damit im Kern eine vegane, fettarme Gemüsediät. Das ist nicht schlecht, aber es ist auch kein Geheimwissen. Dieselbe Wirkung hättest du, wenn du eine Woche lang Süßes, Alkohol und Fertiggerichte streichst und doppelt so viel Gemüse isst. Der Unterschied liegt nur im Etikett.

Kalorien pro 100 Gramm

Gerundete Durchschnittswerte, kcal je 100 g

Mandeln
ca. 600 kcal
Gouda
ca. 360 kcal
Weißbrot
ca. 250 kcal
Kartoffeln, gekocht
ca. 70 kcal
Brokkoli
ca. 35 kcal
Gurke
ca. 15 kcal

Siehst du die Falle ganz oben? Mandeln sind basisch und erlaubt, aber eine Tüte davon hat mehr Kalorien als ein halbes Brot. Wer beim Basenfasten zu viele Nüsse und Öl nimmt, nimmt nicht ab, ganz egal, wie basisch sein Teller ist.

Erlaubt und tabu beim Basenfasten

Die Regeln sind streng, aber einfach. Pflanzlich, frisch und unverarbeitet ist erlaubt, alles andere nicht. Laut Wacker soll Obst höchstens 20 Prozent ausmachen, der Rest ist Gemüse.

✓ Erlaubt

🥦 Brokkoli und Blumenkohl🥕 Möhren🥒 Zucchini und Gurke🥬 Salat und Spinat🫑 Paprika🍄 Pilze🥔 Kartoffeln🍠 Süßkartoffeln🍎 Obst in Maßen🌿 Kräuter und Keimlinge🥜 Mandeln in Maßen🫒 Kaltgepresstes Öl sparsam💧 Stilles Wasser🍵 Kräutertee, verdünnt

✕ Tabu

🥩 Fleisch und Wurst🐟 Fisch🥚 Eier🧀 Käse und Milch🍞 Brot und Getreide🍝 Nudeln und Reis🍬 Zucker☕ Kaffee🍵 Schwarzer und grüner Tee🍷 Alkohol🥤 Limo und Energy-Drinks🫧 Sprudelwasser

Kurios wird es bei den Details. In der Wacker-Methode sind sogar Spargel, Artischocken und Rosenkohl ausgeschlossen, obwohl es Gemüse ist. Wissenschaftlich begründen lässt sich das nicht, es gehört zum System. Für dein Gewicht spielt es keine Rolle.

Achtung Eiweiß: Ohne Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Getreide kommst du mit Gemüse und ein paar Mandeln oft nur auf 30 bis 40 Gramm Eiweiß am Tag. Für eine Woche ist das kein Drama. Wer die Kur auf drei oder vier Wochen streckt, riskiert Muskelabbau. Genau deshalb rät die DGE von längerem Basenfasten ab.

Ein Basenfasten-Beispieltag mit Kalorien

So sieht ein typischer Tag nach den Regeln aus. Warm, satt und bunt, aber mit wenig Eiweiß und Fett. Rohkost gibt es nur bis zum Mittag.

FrühstückApfel und Birne in Stücken mit 20 g Mandeln und Zimt290 kcal
MittagessenGroßer Salat mit Gurke, Paprika, Möhre und Sprossen, 1 EL Olivenöl, dazu 250 g Pellkartoffeln420 kcal
SnackEine Handvoll Weintrauben und Fencheltee70 kcal
AbendessenGemüsecurry aus Süßkartoffel, Brokkoli, Zucchini und Spinat, 1 EL Kokosöl380 kcal
Getränke2,5 Liter stilles Wasser und verdünnter Kräutertee0 kcal
Gesamtca. 1.160 kcal

Das ist ein kräftiges Defizit, für die meisten Frauen rund 800 kcal, für Männer oft über 1.000 kcal unter dem Bedarf. Satt macht es trotzdem, weil der Teller voll ist. Der Haken liegt beim Eiweiß, hier kommen am ganzen Tag nur etwa 25 Gramm zusammen.

Jetzt mal ehrlich: Derselbe Tag ist mit zwei Handvoll Mandeln, einer Avocado und einem großzügigen Schuss Öl über jedem Gericht schnell bei 2.000 kcal. Alles basisch, alles erlaubt, und auf der Waage passiert nichts. Basenfasten schützt dich nicht vor Kalorien, es macht sie nur unauffälliger.

Wie viel du mit Basenfasten abnimmst

Die Waage zeigt nach einer Woche oft 2 bis 3 Kilo weniger, manche erreichen die beworbenen 4 Kilo. Wie viel davon Fett ist, verrät die Mathematik. Bei einem Defizit von 800 bis 1.000 kcal am Tag kommst du in sieben Tagen auf 5.600 bis 7.000 kcal. Das entspricht höchstens einem Kilo Körperfett.

Eine Woche Basenfasten, was die Waage zeigt

Beispielrechnung bei 1.000 kcal Defizit pro Tag, gerundet

Werbeversprechen
bis 4 kg
Typisch auf der Waage
2 bis 3 kg
Davon echtes Fett
max. 1 kg

Der Rest ist Wasser und Darminhalt. Ohne Brot, Nudeln und Reis leeren sich die Glykogenspeicher, und jedes Gramm Glykogen bindet etwa drei Gramm Wasser. Weniger Salz durch weniger Wurst, Käse und Brot spült zusätzlich Wasser raus. Wer dazu noch Glaubersalz nimmt, verliert Darminhalt. Das sieht spektakulär aus, ist aber nach einem Pizza-Abend wieder da.

Was verschwindetWarumKommt zurück?
Wasser aus den GlykogenspeichernKaum Stärke und ZuckerJa, sobald du wieder Brot isst
Wasser durch weniger SalzKeine Wurst, kein Käse, kein BrotJa, innerhalb weniger Tage
DarminhaltGlaubersalz, Einläufe, wenig MasseJa, sofort
KörperfettKaloriendefizitNur, wenn du wieder zu viel isst

Kontrollierte Studien, die Basenfasten mit einer normalen kalorienreduzierten Kost vergleichen, gibt es nicht. Die DGE betont, dass wissenschaftliche Belege für die behauptete Wirkung fehlen. Der Abnehmeffekt ist real, die Erklärung dafür ist es nicht.

Wasser oder Fett? Miss vor und nach der Woche deinen Bauchumfang auf Nabelhöhe. Zwei bis drei Kilo weniger auf der Waage, aber nur ein Zentimeter weniger am Bauch, dann war es vor allem Wasser. Das ist normal und kein Grund, enttäuscht zu sein.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Mehr Gemüse als je zuvorViele essen in dieser Woche mehr Gemüse als sonst in einem Monat. Ballaststoffe, Kalium und Vitamine inklusive.
  • Zucker- und AlkoholpauseEine Woche ohne Süßes und Wein zeigt dir, wie viel davon reine Gewohnheit war.
  • Kein HungernDrei Mahlzeiten mit viel Volumen. Viel angenehmer als Heilfasten mit Saft und Brühe.
  • Kein ZählenDie Liste ersetzt die Kalorien-App. Gerade für Einsteiger ist das bequem.
  • Kochen lernenWer sonst nur Fertiggerichte kennt, lernt Gemüse neu zuzubereiten.

Nachteile

  • Falsche TheorieDu lernst, dass Säuren schuld sind. Das stimmt nicht und verstellt den Blick auf die Kalorien.
  • Wenig EiweißAuf Dauer schlecht für die Muskeln, vor allem, wenn du abnehmen willst.
  • Teure ExtrasBasenpulver, Basenbäder, Quellwasser und Spezialbücher bringen nichts außer Kosten.
  • Kein KaffeeEntzugskopfschmerzen in den ersten Tagen sind häufig.
  • Kurzer EffektNach sieben Tagen ist Schluss, und mit dem ersten Brötchen kommt das Wasser zurück.

Basenpulver sind rausgeworfenes Geld. Die Verbraucherzentrale fasst es trocken zusammen, sicher nützen basische Nahrungsergänzungsmittel nur dem Hersteller. Hoch dosiertes Natron ohne Schutzhülle verändert außerdem die Magensäure und kann die Aufnahme von Vitamin B12 stören. Iss lieber das Gemüse selbst.

Risiken und für wen Basenfasten nichts ist

Für gesunde Erwachsene ist eine Woche Basenfasten unproblematisch. Es ist im Grunde eine sehr gemüsereiche, vegane Kost mit wenig Kalorien. Typische Beschwerden der ersten Tage sind Kopfschmerzen durch Koffeinentzug, Blähungen durch viel Rohkost und Müdigkeit. Länger als eine bis zwei Wochen solltest du nicht weitermachen, weil Eiweiß, Kalzium, Vitamin B12, Jod und Eisen knapp werden können.

Kritischer als das Essen sind die Begleitrituale. Glaubersalz und Einläufe entziehen dem Körper Wasser und Salze. Wer ohnehin wenig isst und viel trinkt, bringt so seinen Elektrolythaushalt durcheinander. Eine Darmreinigung ist für das Abnehmen überflüssig, dein Darm reinigt sich selbst.

Sprich vorher mit deinem Arzt, wenn … du Medikamente gegen Diabetes oder Bluthochdruck nimmst, eine Nierenerkrankung hast (viel Kalium aus Gemüse kann dann gefährlich werden), an Gicht leidest oder Blutverdünner nimmst. Tabu ist Basenfasten in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Untergewicht, nach einer Essstörung, für Kinder und Jugendliche und bei schweren chronischen Erkrankungen.

Ein unterschätztes Risiko ist der Kopf. Wer lernt, dass Käse, Brot und Fleisch „Säurebildner“ und damit schlecht sind, entwickelt schnell eine Angst vor normalen Lebensmitteln. Gerade wer schon einmal Probleme mit dem Essen hatte, sollte die Finger von solchen Gut-Böse-Listen lassen.

Jojo-Effekt und was nach der Woche kommt

Eine Woche Basenfasten verändert dein Gewicht kaum dauerhaft. Die Frage ist, was du am achten Tag isst. Wer zurück zu Brötchen mit Nutella, Feierabendbier und Pizza geht, hat das Wasser in drei Tagen zurück und das Fett in drei Wochen. So läuft eine Basenfasten-Woche typischerweise ab.

  • Tag 1 bis 2
    Kaffeeentzug, Kopfschmerzen, Lust auf Brot. Die Waage fällt schnell, vor allem durch Wasser und weniger Darminhalt.
  • Tag 3 bis 5
    Der Kopf wird klarer, der Bauch flacher. Viele fühlen sich leicht und schlafen besser, weil Alkohol und Koffein fehlen.
  • Tag 6 bis 7
    Die Abnahme wird langsamer, die Motivation auch. Jetzt entscheidest du, welche Gewohnheiten bleiben.
  • Danach
    Eiweiß kommt zurück, also Eier, Quark, Fisch und Hülsenfrüchte. Ein bis zwei Kilo Wasser kommen wieder, das ist normal. Die große Gemüseportion bleibt.

Ich habe meine 40 Kilo nicht mit einer Kur verloren, sondern mit Gewohnheiten, die ich bis heute habe. Das Beste, was du aus dem Basenfasten mitnehmen kannst, ist eine Regel, die ich jedem empfehle, nämlich den halben Teller mit Gemüse zu füllen, bei jeder Mahlzeit. Langsamer essen hilft zusätzlich, dafür gibt es die 25-Sekunden-Regel. Wie du die ersten Wochen danach planst, steht in meiner Abnehm-Anleitung.

Mein Tipp gegen den Jojo-Effekt: Mach aus der Woche keine Ausnahme, sondern einen Baustein. Ein basischer Tag pro Woche, also nur Gemüse, Obst und Kartoffeln, spart dir dauerhaft rund 700 bis 1.000 kcal. Das bringt mehr als eine Woche Basenfasten einmal im Jahr.

Basenfasten im Vergleich mit Heilfasten, Mayr-Kur und Null-Diät

Basenfasten ist die sanfteste Form der Fastenkuren. Alle funktionieren über dasselbe Defizit, sie unterscheiden sich nur darin, wie stark sie dich quälen.

KurWas du isstKalorien am TagDurchhalten
BasenfastenGemüse, Obst, Kartoffeln, Nüsseca. 1.000 bis 1.500Gut machbar
Mayr-KurTee, Semmel und Milch, später Schonkostca. 700 bis 800 in der strengen PhaseMittel, am besten im Kurhaus
HeilfastenSaft, Brühe, Teeca. 200 bis 250Hart
Null-DiätNichts außer Wasser und Tee0Sehr hart, nur unter Aufsicht
10 Tage WasserfastenNur Wasser0Sehr hart

Wenn du die Idee „Gemüse statt Kalorienbomben“ dauerhaft leben willst, bist du mit der Mittelmeer-Diät besser bedient. Sie erlaubt Fisch, Hülsenfrüchte und Vollkorn und ist hervorragend erforscht. Wer das Fasten-Gefühl ohne komplette Woche will, schaut sich das Intervallfasten an. Alle Konzepte findest du unter Diäten im Check.

Basenfasten mit Abnehmspritze

Viele, die eine Abnehmspritze nutzen, suchen nach einem leichten Essensplan. Gemüse klingt da perfekt. Es gibt aber einen Punkt, an dem Basenfasten und Spritze sich beißen, und der heißt Eiweiß.

💉
Diät plus Abnehmspritze

Warum Basenfasten und Spritze nur in der Light-Version passen

Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro dämpfen Hunger und Heißhunger und lassen den Magen langsamer leeren. Du isst automatisch weniger. Disziplin brauchst du trotzdem, aber sie wird dir vermittelt. Während der Hunger leiser ist, gewöhnst du dich an kleine Portionen und an einen Teller, der zur Hälfte aus Gemüse besteht. Die Gewohnheit entsteht, ohne dass du jeden Abend gegen den Kühlschrank kämpfst.

  • Eiweiß ist Pflicht. Unter der Spritze isst du ohnehin wenig. Kommt dazu eine eiweißarme Gemüsekost, verlierst du Muskeln statt Fett. Also Gemüse ja, aber mit Quark, Eiern, Fisch oder Hülsenfrüchten.
  • Viel Rohkost kann die Übelkeit verstärken. Der Magen arbeitet langsamer, große Salatberge und Hülsenfrüchte blähen. Gedünstetes Gemüse ist bekömmlicher.
  • Finger weg von Glaubersalz. Die Spritze verursacht oft Durchfall oder Verstopfung. Abführmittel obendrauf bringen den Wasser- und Salzhaushalt durcheinander.
  • Ballaststoffe helfen. Gegen die typische Verstopfung unter GLP-1 sind Gemüse und viel Wasser genau richtig.

Die Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ein Arzt prüft, ob sie für dich infrage kommen, in der Regel ab einem BMI von 30 oder ab 27 mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Mehr unter Abnehmspritzen, zum passenden Teller unter Ernährung bei Abnehmspritzen und zu Magen-Darm-Beschwerden unter Nebenwirkungen der Abnehmspritze.

Jetzt mal ehrlich: Basenfasten ist ein Trick, mit dem du dich eine Woche lang zu weniger Kalorien bringst. Die Spritze ist derselbe Trick über Monate, nur medizinisch. Beide wirken, solange du sie nutzt. Nicht wegen der Basen. Wegen der Mathematik.

Fazit: Lohnt sich Basenfasten?

Als Gemüsewoche ja, als Entsäuerungskur nein. Die Theorie der chronischen Übersäuerung ist widerlegt, Basenpulver und Darmreinigung kannst du dir sparen. Trotzdem ist eine Woche mit viel Gemüse, ohne Zucker, Alkohol und Fertigessen kein schlechter Neustart. Du nimmst ab, weil du weniger Kalorien isst, und lernst nebenbei, wie satt Gemüse macht. Wenn du danach die große Gemüseportion behältst und Eiweiß zurückholst, hat sich die Woche gelohnt.

3,5Note
Mein Urteil

Gute Lebensmittel, falsche Begründung. Abzug für den Übersäuerungs-Mythos, das wenige Eiweiß, die überflüssigen Abführrituale und den kurzen Effekt. Als Gemüse-Reset brauchbar, als Diät zu kurz gedacht.

Du bist nicht übersäuert. Du hast nur zu wenig Gemüse und zu viele Kalorien gegessen.Jörg Keller
Nach der Gemüsewoche kommt der Heißhunger zurück?

Ein GLP-1-Medikament dämpft den Appetit, damit neue Gewohnheiten Zeit haben. Arztpraxis voll oder keine Lust aufs Wartezimmer? Bei Online-Ärzten fragst du deine gewünschte Abnehmspritze oder Tablette bequem von zu Hause an. Wir nennen dir nur seriöse Anbieter ohne Abo-Fallen und versteckte Kosten im Anbieter-Vergleich.

Häufige Fragen zum Basenfasten

Wie lange sollte man Basenfasten?

Die klassische Kur dauert eine Woche. Länger als zwei Wochen ist nicht sinnvoll, weil Eiweiß und einige Nährstoffe knapp werden. Die DGE rät von längerem Basenfasten ab.

Wie viel nimmt man beim Basenfasten in einer Woche ab?

Auf der Waage sind 2 bis 3 Kilo üblich, davon ist aber höchstens ein Kilo Fett. Der Rest ist Wasser aus den Glykogenspeichern und Darminhalt, der nach der Kur schnell zurückkommt.

Gibt es eine Übersäuerung des Körpers wirklich?

Eine echte Übersäuerung, die Azidose, gibt es bei schweren Krankheiten wie Nierenversagen oder entgleistem Diabetes. Eine schleichende Übersäuerung durch normales Essen ist nicht belegt. Lunge und Nieren halten den Blut-pH stabil.

Brauche ich Basenpulver oder Basenbäder?

Nein. Laut Verbraucherzentrale fehlen Belege für einen Nutzen. Wer genug Gemüse und Obst isst, nimmt ausreichend basenbildende Lebensmittel auf. Das Geld steckst du besser in frisches Gemüse.

Darf ich beim Basenfasten Kaffee trinken?

Nach den Regeln nicht. Für dein Gewicht macht schwarzer Kaffee praktisch keinen Unterschied. Wer täglich viel Kaffee trinkt, reduziert vorher schrittweise, um Entzugskopfschmerzen zu vermeiden.

Kann ich Basenfasten mit Wegovy oder Mounjaro kombinieren?

Nur in einer Light-Version. Viel Gemüse passt gut, aber ohne Eiweiß verlierst du unter der Spritze Muskeln. Iss deshalb zu jeder Mahlzeit Quark, Eier, Fisch oder Hülsenfrüchte und lass Glaubersalz weg. Mehr unter Ernährung bei Abnehmspritzen.

JK

Jörg KellerAutor, Sportler, früher 120 kg. Hat ohne Spritze 40 kg abgenommen und weiß deshalb, wie viel Disziplin das kostet und wie viel die Spritze davon abnimmt. Seit über 20 Jahren in der Telemedizin unterwegs. Mehr über mich

Quellen
  • Säure-Basen-Ausgleich durch Nahrungsergänzungsmittel – Wem nützt das? – Verbraucherzentrale
    verbraucherzentrale.de
  • Systematic review of the association between dietary acid load, alkaline water and cancer – BMJ Open 2016
    bmjopen.bmj.com
  • Meta-analysis of the effect of the acid-ash hypothesis of osteoporosis on calcium balance – J Bone Miner Res 2009
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Darum sind viele Säure-Basen-Kuren Quatsch – Quarks
    quarks.de
  • Abnehmen mit der Wacker-Methode, so funktioniert Basenfasten – inFranken
    infranken.de
  • Abnehmen mit Heilfasten oder Intervallfasten, wie gesund kann Fasten für uns sein? – Heilpraxisnet
    heilpraxisnet.de