Heilfasten: Eine Woche Saft, und dann?
Fünf bis zehn Tage nur Gemüsebrühe, Saft und Tee, und am Ende steht eine stolze Zahl auf der Waage. Heilfasten nach Buchinger kann Blutdruck und Wohlbefinden verbessern. Als Diät taugt es trotzdem wenig, denn ein großer Teil der Kilos ist Wasser. Was danach passiert, entscheidet alles.
Aktualisiert: November 2026 · Jörg Keller · Lesezeit 13 Min.
- Heilfasten heißt rund 200 bis 250 kcal am Tag aus Saft, Gemüsebrühe und etwas Honig
- Dazu gehören Entlastungstage vorher und Aufbautage nachher, das Fastenbrechen ist der wichtigste Moment
- In der größten Beobachtungsstudie verloren Teilnehmer in 5 Tagen 3,2 Kilo, in 20 Tagen 8,6 Kilo
- Ein großer Teil davon ist Wasser, Darminhalt und Glykogen, nicht Fett
- Die DGE hält Fasten für langfristiges Abnehmen nicht geeignet, als Startschuss kann es helfen

- Abnehmerfolg
- Alltagstauglich
- Sattmacher
- Jojo-Schutz
- Wissenschaft
- Günstig
Passt zu dir, wenn …du gesund bist, eine Woche Ruhe einplanen kannst und einen bewussten Neustart für deine Ernährung suchst, mit klarem Plan für die Zeit danach.
Lass es, wenn …du schnell und dauerhaft viele Kilo verlieren willst, Medikamente nimmst, untergewichtig bist, schwanger bist oder eine Essstörung hattest.
- Was ist Heilfasten?
- So läuft eine Fastenwoche ab
- Erlaubt und tabu beim Heilfasten
- Ein Fastentag mit Kalorien
- Wie viel du beim Heilfasten wirklich abnimmst
- Vorteile und Nachteile
- Risiken und für wen Heilfasten nichts ist
- Jojo-Effekt und das Leben nach dem Fasten
- Heilfasten im Vergleich mit anderen Fastenformen
- Heilfasten mit Abnehmspritze
- Fazit: Lohnt sich Heilfasten?
- Häufige Fragen zum Heilfasten
Was ist Heilfasten?
Heilfasten ist ein freiwilliger, zeitlich begrenzter Verzicht auf feste Nahrung. Anders als bei der Null-Diät trinkst du kleine Mengen Saft und Gemüsebrühe, dazu viel Wasser und Tee. In Deutschland ist fast immer das Fasten nach Buchinger gemeint, die bekannteste und am besten untersuchte Form.
Ihr Erfinder war der Marinearzt Otto Buchinger. 1917 erkrankte er schwer an einer Mandelentzündung mit Gelenkrheuma und schied als Invalide aus dem Dienst aus. Nach seiner Darstellung half ihm erst eine Fastenkur. 1920 eröffnete er in Witzenhausen sein erstes Kurheim, 1935 zog die Klinik nach Bad Pyrmont, im selben Jahr erschien sein Buch „Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden“. Seine Familie führt die Tradition bis heute in Kliniken am Bodensee und in Spanien fort.
Gemüsebrühe, verdünnter Saft und etwas Honig liefern rund 200 bis 250 kcal am Tag. Mehr gibt es nicht.
Spaziergänge, Wandern, Schlaf und Abstand vom Alltag gehören zum Konzept. Heilfasten ist mehr als eine Diät.
Gesunde fasten oft in Kursen zu Hause, Kranke gehören in eine Fastenklinik oder unter ärztliche Begleitung.
Wichtig ist der Gedanke dahinter. Buchinger sah das Fasten als Therapie für chronische Krankheiten, nicht als Abspeckkur. Die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung hat dazu Leitlinien veröffentlicht, zuletzt 2013 als internationales Expertenpapier. Abnehmen ist dort ein Nebeneffekt, nicht das Ziel.
Der Entschlackungs-Mythos: Viele Fastenratgeber versprechen, dass Schlacken und Gifte ausgeschieden werden. Der Arzneimittelbrief stellt dazu klar, dass das wissenschaftlich nicht belegt ist, schädliche Schlackenstoffe sind schlicht unbekannt. Auch die Darmreinigung ist kein zwingender Teil der Behandlung. Deine Leber und deine Nieren entgiften jeden Tag, auch ohne Glaubersalz.
So läuft eine Fastenwoche ab
Eine klassische Fastenwoche besteht aus drei Teilen. Der Weg hinein, das eigentliche Fasten und der Weg heraus. Gerade die Tage davor und danach werden gerne unterschätzt, dabei passieren dort die meisten Fehler.
- Entlastungstage, 1 bis 2 Tage
Leichte Kost mit Obst, Gemüse, Reis oder Haferbrei. In der Buchinger-Klinik gibt es am Tag vor dem Fasten rund 600 kcal vegetarisch. Kaffee, Alkohol und Süßes fallen weg. - Fastentage, 5 bis 10 Tage
Am ersten Tag wird klassisch der Darm mit Glaubersalz geleert. Danach mittags Saft, abends Brühe, dazwischen Wasser und Kräutertee. Spazieren gehen, ruhen, schlafen. - Fastenbrechen
Traditionell mit einem gedünsteten Apfel oder einer kleinen Gemüsesuppe, langsam gekaut. Dein Magen ist auf Pause, ein Schnitzel wäre jetzt ein Fehler. - Aufbautage, 3 bis 4 Tage
Die Nahrung steigt Schritt für Schritt. In der großen Studie ging es über rund vier Tage von etwa 800 auf 1.600 kcal, vegetarisch und leicht.
Als Faustregel gilt, auf je drei Fastentage folgt etwa ein Aufbautag. Wer zehn Tage fastet, plant also gut drei Tage für den Wiedereinstieg ein. Für Einsteiger empfehle ich höchstens fünf Fastentage zu Hause, am besten in einem angeleiteten Kurs. Wer nicht fasten, sondern nur leichter essen will, findet beim Basenfasten die sanftere Variante.
Die Fastenkrise kommt meist am zweiten oder dritten Tag: Kopfschmerzen, Frieren, schlechte Laune. Viel trinken, frische Luft und ein Mittagsschlaf helfen. Danach berichten die meisten von deutlich weniger Hunger, in der Buchinger-Studie waren es 93 Prozent.
Erlaubt und tabu beim Heilfasten
Die Liste ist so kurz wie bei keiner anderen Methode. Alles Feste ist während der Fastentage tabu. Erlaubt sind nur wenige Getränke, und die in kleinen Mengen.
✓ Erlaubt
✕ Tabu
Kaffee ist umstritten. Viele Fastenleiter raten ab, weil er den Magen reizt. Wer sonst täglich drei Tassen trinkt, reduziert besser schon an den Entlastungstagen, sonst kommt zum Hunger noch der Koffeinentzug mit Kopfschmerzen dazu. Smoothies sind kein Fastengetränk, sondern eine flüssige Mahlzeit mit oft 150 kcal und mehr pro Glas.
Ein Fastentag mit Kalorien
So sieht ein typischer Buchinger-Tag aus. Unter 250 kcal, fast kein Eiweiß, kaum Fett. Was hier fehlt, holt sich der Körper aus seinen Reserven.
Das ist weniger als ein Zehntel dessen, was die meisten Erwachsenen verbrauchen. Zum Vergleich, ein einziges Croissant hat mehr Energie als dieser ganze Tag.
Jetzt mal ehrlich: Fünf Tage Saft schaffst du mit Willenskraft. Aber was hast du danach gelernt? Wie man kein Essen isst. Das ist keine Fähigkeit, die du im Alltag brauchst. Den Umgang mit Pizza, Feierabend-Chips und Kantinenessen übt man nur beim Essen.
Wie viel du beim Heilfasten wirklich abnimmst
Die größte Studie zum Buchinger-Fasten veröffentlichten Françoise Wilhelmi de Toledo und Kollegen 2019. Sie werteten Daten von 1.422 Gästen der Buchinger-Klinik aus, die zwischen 4 und 21 Tage fasteten, mit 200 bis 250 kcal am Tag.
Dazu sank der Bauchumfang um 4,6 bis 8,8 Zentimeter und der Blutdruck im Schnitt von rund 132 zu 84 auf 121 zu 78. Nebenwirkungen meldeten weniger als ein Prozent. Klingt beeindruckend. Jetzt rechnen wir.
Wer 2.300 kcal verbraucht und 250 isst, hat ein Defizit von gut 2.000 kcal am Tag. In fünf Tagen sind das rund 10.000 kcal, also knapp anderthalb Kilo Fett. Auf der Waage stehen aber 3,2 Kilo. Der Rest ist Wasser aus den Glykogenspeichern, Darminhalt und ein Teil Eiweiß aus den Muskeln. Deinen Bedarf rechnest du mit der Anleitung zum Kalorienverbrauch ermitteln aus.
| Dauer | Abnahme laut Studie | Davon Fett, rechnerisch | Rest |
|---|---|---|---|
| 5 Tage | 3,2 kg | ca. 1,4 kg | Wasser, Darminhalt, etwas Eiweiß |
| 20 Tage | 8,6 kg | ca. 5,8 kg | Wasser, Darminhalt, Eiweiß |
Die Studie hat Schwächen. Es gab keine Kontrollgruppe, die Daten erhob das Klinikpersonal selbst, und die Gäste einer Luxusklinik sind kein Querschnitt der Bevölkerung. Langzeitdaten zum Gewicht fehlen. Die Stiftung Warentest zitiert die DGE mit einem klaren Satz, zum langfristigen Abnehmen ist Fasten nicht geeignet.
Wasser oder Fett? Nach den Aufbautagen füllen sich Glykogen und Darm wieder, ein bis zwei Kilo kommen fast sofort zurück. Das ist kein Versagen, sondern Physik. Wiege dich eine Woche nach dem Fastenbrechen, dann siehst du, was wirklich weg ist.
Vorteile und Nachteile
Heilfasten hat echte Stärken, nur liegen sie selten dort, wo die Werbung sie verortet. Der größte Gewinn ist oft der Kopf, nicht der Bauch. Viele merken zum ersten Mal seit Jahren, wie sich echter Hunger anfühlt und wie oft sie aus Gewohnheit essen.
Vorteile
- Mentaler NeustartViele erleben das Fasten als Pause vom Dauer-Snacken und Essen aus Langeweile.
- Wenig Hunger nach Tag dreiDie meisten Fastenden haben nach der Umstellung überraschend wenig Hunger.
- Blutdruck sinktIn Studien fällt der Blutdruck oft schnell und deutlich.
- Günstig zu HauseSaft, Gemüse für Brühe und Tee kosten weniger als normales Essen.
- Hilfe bei manchen KrankheitenBei Rheuma gibt es Hinweise aus kontrollierten Studien.
Nachteile
- Kaum FettverlustGut die Hälfte der Kilos ist Wasser, Darminhalt und Eiweiß.
- Muskeln leidenOhne Eiweiß baut der Körper auch Muskelprotein ab.
- Nichts gelerntFasten übt nicht, wie du im Alltag weniger isst.
- Teure KlinikenEine Woche in einer Fastenklinik kostet schnell vierstellig.
- Hohe Jojo-GefahrWer danach weitermacht wie vorher, hat in Wochen alles wieder drauf.
Achtung beim Kreislauf. Während des Fastens sinkt der Blutdruck, viele merken das beim schnellen Aufstehen. Langsam hochkommen, viel trinken und kein harter Sport. Spazierengehen und leichtes Wandern sind ideal, Intervalltraining nicht.
Risiken und für wen Heilfasten nichts ist
Für gesunde Erwachsene ist eine Fastenwoche nach Anleitung in der Regel unproblematisch. Typisch sind in den ersten Tagen Kopfschmerzen, Müdigkeit, unruhiger Schlaf und Rückenschmerzen. Wer allerdings Medikamente nimmt, sollte nicht ohne Arzt fasten. Blutdrucksenker, Diabetes-Mittel, Entwässerungstabletten und Blutverdünner wirken beim Fasten anders und müssen oft angepasst werden.
Ein unterschätztes Risiko ist die Harnsäure. Beim Fasten steigt sie, wer zu Gicht neigt, kann einen Anfall bekommen. Auch Gallensteine können sich bei schneller Abnahme bemerkbar machen. In der großen Studie mussten zwei von 1.422 Teilnehmern ins Krankenhaus, und das trotz ärztlicher Betreuung in der Klinik.
Nicht fasten bei … Untergewicht und Auszehrung, Magersucht, Bulimie oder anderen Essstörungen, fortgeschrittenen Nieren-, Leber- oder Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Demenz sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Mit Typ-1-Diabetes, Gicht, Gallensteinen oder regelmäßigen Medikamenten nur nach Rücksprache und unter ärztlicher Begleitung.
Zu Hause oder in der Klinik? Für Gesunde ohne Medikamente reicht eine Fastenwoche nach Anleitung, etwa in einem Kurs der Volkshochschule oder mit einer ausgebildeten Fastenleitung. Sobald Vorerkrankungen oder Tabletten im Spiel sind, gehört das Fasten in ärztliche Hände, ob ambulant beim Hausarzt oder stationär in einer Fastenklinik.
Auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen mit wenig Muskelmasse sollten nicht auf eigene Faust fasten. Für sie ist der Verlust an Eiweiß besonders kritisch.
Jojo-Effekt und das Leben nach dem Fasten
Die Waage nach einer Fastenwoche lügt nicht, aber sie erzählt nur die halbe Geschichte. Die eigentliche Arbeit beginnt am ersten Aufbautag. Wer dann wieder isst wie vorher, ist nach wenigen Wochen beim alten Gewicht. Der Arzneimittelbrief schreibt sogar, dass Fasten allein bei starkem Übergewicht ungeeignet ist, weil der Grundumsatz sinkt und das Gewicht oft zurückkommt.
Nach dem Fasten bist du schneller satt. Nutze das und gewöhn dich an kleinere Teller, bevor der alte Appetit zurück ist.
Starte jede Mahlzeit mit Gemüse und einer Eiweißquelle. So holst du dir verlorene Muskelbausteine zurück.
Wer gemerkt hat, dass Pausen gehen, kann mit Intervallfasten einen alltagstauglichen Rhythmus daraus machen.
Ich habe meine 40 Kilo nicht durch eine Woche Verzicht verloren, sondern durch Gewohnheiten, die ich jeden Tag lebe. Langsamer essen mit der 25-Sekunden-Regel ist eine davon. Wie du daraus einen Plan machst, steht in meiner Abnehm-Anleitung. Eine Fastenwoche kann der Startschuss sein. Das Rennen läuft danach.
Mein Tipp nach dem Fastenbrechen: Schreib in den ersten zwei Wochen danach alles auf, was du isst. Wer jetzt ein moderates Defizit von 300 bis 500 kcal hält, verwandelt die Wasser-Kilos auf der Waage in echte Fett-Kilos. Wer feiert, verliert alles wieder.
Heilfasten im Vergleich mit anderen Fastenformen
Fasten ist nicht gleich Fasten. Die Methoden unterscheiden sich vor allem in Kalorien, Eiweiß und Dauer.
| Methode | kcal pro Tag | Dauer | Zum Abnehmen |
|---|---|---|---|
| Heilfasten nach Buchinger | 200 bis 250 | 5 bis 10 Tage | Eher Startschuss |
| Scheinfasten | etwa 1.100, dann 725 | 5 Tage pro Monat | Mäßig |
| Proteinfasten | unter 800, viel Eiweiß | Wochen, mit Arzt | Stark, mit Muskelschutz |
| Intervallfasten | Normal im Zeitfenster | Dauerhaft | Gut, wenn das Defizit stimmt |
| Wasserfasten | 0 | Tage | Riskant |
| Null-Diät | 0 | Tage bis Wochen | Riskant, Muskelverlust |
Wer abnehmen will, ist mit Intervallfasten besser bedient, weil du es jahrelang durchhältst. Wer medizinisch schnell viel verlieren muss, fährt mit ärztlich begleitetem Proteinfasten besser, weil das Eiweiß die Muskeln schützt. Heilfasten hat seinen Platz als bewusste Auszeit und als Therapie bei manchen chronischen Krankheiten. Eine weitere klassische Kur ist die Mayr-Kur, alle Konzepte findest du unter Diäten im Check.
Heilfasten mit Abnehmspritze
Die Frage kommt oft. Wenn die Spritze den Hunger nimmt, wird Fasten doch zum Kinderspiel? Genau darin liegt das Problem. Heilfasten und Abnehmspritze passen schlecht zusammen.
Warum Heilfasten und Spritze kein gutes Team sind
Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro dämpfen Hunger und Heißhunger und lassen den Magen langsamer leeren. Das hilft bei einer normalen Diät enorm. Disziplin brauchst du trotzdem, aber sie wird dir vermittelt. Während der Hunger leiser ist, gewöhnst du dich an kleine Portionen und lässt das Naschen sein. Die Gewohnheit entsteht im Alltag, nicht in einer Woche ohne Essen. Genau deshalb ist das moderate Defizit der bessere Partner als ein Fasten mit 200 kcal.
- Unterzucker-Gefahr. Spritze plus Fasten plus Diabetes-Medikamente kann den Blutzucker gefährlich senken.
- Übelkeit und Austrocknung. Beide verstärken Übelkeit und Schwindel, beim Fasten fehlt zusätzlich Flüssigkeit aus dem Essen.
- Fastenbrechen wird heikel. Weil der Magen unter der Spritze langsamer leert, rächen sich zu schnelle Aufbautage mit Erbrechen.
- Doppelter Muskelverlust. Ohne Eiweiß und mit stark gedämpftem Appetit schwinden Muskeln besonders schnell.
Die Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ein Arzt prüft, ob sie für dich infrage kommen, in der Regel ab einem BMI von 30 oder ab 27 mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Wenn du die Spritze nutzt und trotzdem fasten willst, sprich vorher mit deinem Arzt. Mehr unter Abnehmspritzen, zum passenden Teller unter Ernährung bei Abnehmspritzen und zu typischen Beschwerden unter Abnehmspritzen Nebenwirkungen.
Jetzt mal ehrlich: Eine Fastenwoche ist ein Erlebnis, keine Diät. Die Spritze ist ein Werkzeug, kein Erlebnis. Beide helfen dir nur, wenn du danach dauerhaft weniger isst. Nicht wegen der Entschlackung. Wegen der Mathematik.
Fazit: Lohnt sich Heilfasten?
Als Auszeit ja, als Diät nein. Heilfasten nach Buchinger ist gut erprobt, für Gesunde mit Anleitung meist sicher und kann Blutdruck, Wohlbefinden und manche Beschwerden verbessern. Die Zahl auf der Waage ist aber zu einem großen Teil Wasser, Darminhalt und Muskeleiweiß. Wer danach nicht dauerhaft anders isst, ist in wenigen Wochen dort, wo er angefangen hat. Nutze eine Fastenwoche als Startschuss für neue Gewohnheiten, nicht als Ersatz dafür.
Wertvolle Pause für Kopf und Körper, mit ordentlicher Studienlage für die Gesundheit. Abzug für den geringen Fettverlust, den Muskelabbau und die riesige Jojo-Gefahr. Als Neustart eine Zwei, als Abnehmplan eine Fünf.
Ein GLP-1-Medikament dämpft den Appetit, damit neue Gewohnheiten Zeit haben. Arztpraxis voll oder keine Lust aufs Wartezimmer? Bei Online-Ärzten fragst du deine gewünschte Abnehmspritze oder Tablette bequem von zu Hause an. Wir nennen dir nur seriöse Anbieter ohne Abo-Fallen und versteckte Kosten im Anbieter-Vergleich.
Häufige Fragen zum Heilfasten
Wie lange sollte man Heilfasten?
Gesunde Einsteiger fasten meist fünf Tage, plus Entlastungs- und Aufbautage. Längere Kuren von zehn Tagen oder mehr gehören in eine Fastenklinik oder unter ärztliche Begleitung.
Wie viel nehme ich beim Heilfasten ab?
In der großen Buchinger-Studie waren es nach 5 Tagen im Schnitt 3,2 Kilo, nach 20 Tagen 8,6 Kilo. Ein großer Teil davon ist Wasser und kommt nach dem Fasten zurück.
Was esse ich beim Fastenbrechen?
Klassisch einen gedünsteten Apfel oder eine kleine Gemüsesuppe, langsam gekaut. In den folgenden Aufbautagen steigerst du die Menge schrittweise mit leichter, vegetarischer Kost.
Muss ich den Darm reinigen?
Traditionell gehört Glaubersalz am ersten Fastentag dazu. Laut Arzneimittelbrief ist die Darmreinigung aber kein zwingender Teil der Behandlung. Wer empfindlich ist, bespricht das mit dem Fastenleiter.
Darf ich beim Heilfasten Sport machen?
Spazierengehen und leichtes Wandern sind ausdrücklich erwünscht. Hartes Training ist tabu, weil der Kreislauf schwächer ist und Energie fehlt.
Kann ich mit Wegovy oder Mounjaro Heilfasten?
Davon rate ich ab. Spritze und Fasten verstärken Übelkeit, Schwindel und Muskelverlust, mit Diabetes-Medikamenten droht Unterzucker. Sprich unbedingt vorher mit deinem Arzt. Mehr unter Ernährung bei Abnehmspritzen.
- Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects – PLOS ONE 2019
journals.plos.org - Fasting therapy, an expert panel update of the 2002 consensus guidelines – Forschende Komplementärmedizin 2013
doi.org - Leitlinien zur Fastentherapie – Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung
aerztegesellschaft-heilfasten.de - Indikationen für das Heilfasten – Der Arzneimittelbrief 2010
der-arzneimittelbrief.com - Fasten, welche Kur bringt was? – Stiftung Warentest
test.de - Pionier des Heilfastens, Otto Buchinger – Hessisches Ärzteblatt 2022
laekh.de - The world’s largest fasting study – Buchinger Wilhelmi
buchinger-wilhelmi.com