Die Atkins Diät – Vor- und Nachteile

Die Atkins Diät beruht auf dem Low-Carb-Prinzip, ist eine der ersten ihrer Art und nach ihrem Erfinder Dr. Robert Atkins benannt. Low-Carb ist Englisch und bedeutet in etwa Kohlenhydratminimierung. Bei diesem Konzept ist der Verzehr von Kohlenhydraten also nur in Maßen gestattet. Als Hauptenergieträger werden stattdessen Fette und Proteine genutzt. Dadurch wird der Körper dazu gezwungen, das abgespeicherte Fett zur Energiegewinnung umzuwandeln.

Die Atkins Diät ist bei Menschen beliebt, die abnehmen möchten, ohne zu hungern und sich zwar mit einem Diätplan anfreunden können aber nicht andauernd Kalorien zählen möchten.

 

atkins-diaetHauptmerkmale der Atkins Diät

 

  • Ernährung: etwa 60% Fett, 30% Proteine und 10% Kohlenhydrate
  • Fördert die Fettverbrennung
  • In vier Phasen aufgebaut
  • Strenge Regeln
  • Kein Kalorienzählen
  • Viele vorgefertigte Diätplane
  • Möglicherweise Mangelerscheinungen und Gesundheitsschäden
  • Kein Hungergefühl

 


Die 4 Phasen der Atkins Diät

 

Die Schlankheitskur ist in vier Phasen unterteilt, bei welchen jeweils andere Kohlenhydratmengen erlaubt sind. Bei der vierten Phase geht es nicht mehr um einen Gewichtsverlust, sondern um einen lebenslänglichen Gewichtserhalt.

 

Phase 1:

 

Die Dauer der ersten Phase beträgt in etwa 14 Tage und richtet sich nach dem Gewünschten Gewicht, das verloren werden soll. Erlaubt sind alle Fett und Eiweiß-Kombinationen wie zum Beispiel Geflügel, rotes Fleisch, Steak, EierFisch, Muscheln und natürliche Fette wie etwa Butter, Olivenöl, Distelöl und Sonnenblumenöl. Außerdem ist es erlaubt, täglich bis zu 20g Kohlenhydrate zu essen, welche vorzugsweise von grünem Salat oder anderen Gemüse stammen sollten.

 

Phase 2:

 

In der zweiten Phase der Atkins Diät ist es erlaubt, jede Woche 5g Kohlenhydrate zusätzlich zu verzehren. Das heißt, das in der ersten Woche der zweiten Phase 25g Kohlenhydrate gegessen werden dürfen und in der zweiten Woche 30g.

Sobald die Kohlenhydratmenge erreicht ist, bei der kein Gewichtsverlust mehr eintritt, kann die maximale Kohlenhydratmenge berechnet werden, die dennoch zu einer Gewichtsabnahme führt. Wenn Sie also merken, dass Sie bei der erreichten Kohlenhydratmenge nicht mehr Abnehmen, sollten Sie die Kohlenhydratmenge der letzten Woche beibehalten, bis Sie noch in etwa 2 bis 5 Kilogramm von Ihrem Traumgewicht entfernt sind.

 

Phase 3:

 

In der dritten Phase der Atkins Diät geht es darum, den eigenen Stoffwechsel besser kennenzulernen, um den optimalen persönlichen Diätplan zu erstellen. Hierbei wird die Kohlenhydratmenge täglich um 10g erhöht, wobei allerdings die Grenzen nicht so streng eingehalten werden müssen, wie in der vorherigen Phase.

Es ist also auch möglich, die Kohlenhydratmenge an einem Tag um 20g zu erhöhen und an dem nächsten Tag überhaupt nicht. Sinn dieser Phase ist es, zu lernen, den Appetit zu kontrollieren und die Portionen selbstständig einzuteilen. Sie ist die schwierigste aller Phasen, denn ab einer bestimmten eingenommenen Kohlenhydratmenge wird der Stoffwechselzustand der Ketose beendet, wodurch Heißhungerattacken auftreten können.

 

4. Phase:

 

Die vierte Phase beginnt, sobald das Optimalgewicht erreicht ist. Um den erzielten Erfolg nicht zunichtezumachen, ist es wichtig, die alten Essgewohnheiten für immer abzulegen. Hierbei soll die in den vorherigen Phasen ermittelte maximale Kohlenhydratmenge genutzt werden, um eine Gewichtsstagnation zu erwirken. Ein Gewichtsunterschied von +/- 1 bis 2 Kilogramm ist aufgrund der Hormonschwankungen in Ordnung.

 


Was ist bei der Atkins Diät erlaubt?

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Bei der Atkins Diät sind ein uneingeschränkter Verzehr von Fetten und große Mengen an Proteinen erlaubt. Die Kohlenhydratmenge, die verzehrt werden darf, variiert je nach Phase:

 

  • 1. Phase : 20g Kohlenhydrate pro Tag
  • 2. Phase: wöchentlich 5g Kohlenhydrate zusätzlich(erste Woche 25g Kohlenhydrate, zweite Woche 30g Kohlenhydrate usw.)
  • 3. Phase: wöchentlich 10g Kohlenhydrate zusätzlich
  • 4. Phase: individuelle Kohlenhydratmenge einhalten, die zum Erhalt des Gewichts nötig ist

 

Folgende Lebensmittel haben einen geringen Kohlenhydratgehalt und sind daher in entsprechenden Maßen für die Atkins Diät geeignet:

 

  • Naturbelassen: Fleisch & Fisch (ohne Panade o.ä.)
  • Eier
  • Milch sowie Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Sojalebensmittel (z.B. Tofu)
  • Pflanzenöl (z.B. Olivenöl)

 

Alle pflanzlichen Lebensmittel beinhalten Kohlenhydrate. Bei Obst ist der Reifegrad für den Zuckergehalt ausschlaggebend. Gemüse ist in der Regel kohlenhydratarm, wenn es viel Wasser enthält. Nachfolgende pflanzliche Lebensmittel enthalten nur wenige Kohlenhydrate:

 

  • gruenes_gemueseBlattsalate aller Art
  • Zucchini
  • Gurken
  • Spargel
  • Spinat
  • Rettich
  • Kohlrabi
  • Kohlgemüse
  • grüne Paprika

 

Was ist bei der Atkins Diät verboten?

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Verboten ist der Verzehr von Gerichten, die die in der jeweiligen Phase erlaubte Kohlenhydratmenge überschreiten. Nachfolgend finden Sie Beispiele von Lebensmitteln mit einem hohen Kohlenhydratgehalt:

 

  • kohlenhydrateBananen
  • Brot/Knäckebrot/ Vollkornbrot
  • Hartweizennudeln
  • Kartoffeln
  • Hirse/Couscous
  • Reis
  • Haferflocken
  • Pumpernickel
  • Kleieflocken
  • Gnocchi

 

Was sind die Vorteile der Atkins Diät?

vorteile

Der hauptsächliche Vorteil dieser Diät ist es, abzunehmen, ohne hungern zu müssen oder komplett auf leckere Speisen wie Eier mit Bacon verzichten zu müssen. Außerdem ist es nicht nötig, Kalorien zu zählen.

Zudem bleiben Heißhungerattacken aufgrund des Blutzucker-stabilisierenden Effekts weg und es kommt kaum zu einem Verlangen nach Naschereien zwischendurch. Mit der Atkins Diät können Sie so viel und wann Sie möchten essen und dennoch 3 bis 4 Kilogramm wöchentlich abnehmen.

 

Was sind die Nachteile der Atkins Diät?

nachteile

Die Atkins Diät ist sehr umstritten, da es aufgrund der einseitigen Ernährung zu Mangelerscheinungen und Gesundheitsschäden kommen kann. Der Stoffwechselzustand der Ketose kann zu einer Übersäuerung des Organismus führen und auch Mundgeruch hervorrufen.

Außerdem werden durch diese Ernährungsweise die Nieren geschädigt und es kann sogar zu Gichtanfällen kommen. Auch Schwindel und Blutdruckprobleme sind nicht ausgeschlossen. Zudem ist die Durchhalterate aufgrund der strengen Regeln recht gering.

 

Für wen ist die Atkins Diät geeignet?

 

Vor Beginn der Atkins Diät sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden und die Blutwerte sollten regelmäßig überprüft werden. Insofern alles in Ordnung ist, eignet sich diese Diät für Frauen und Männer jeder Altersklasse, auch für Berufstätige.

 

Für wen ist die Atkins Diät nicht geeignet?

 

Die Atkins Diät ist nicht für Kinder und Jugendliche, die noch im Wachstum sind sowie Schwangere und stillende Frauengeeignet. Zudem sollte das Vorhaben bei der Einnahme von Medikamenten und bei gewissen Erkrankungen mit einem Arzt besprochen werden. Insbesondere Menschen, die unter Nieren- oder Leberschäden leiden, sollten auf diese Diät verzichten.

Zudem haben Vegetarier Schwierigkeiten mit der Umsetzung des Konzepts und auch das Risiko für Mangelerscheinungen ist hierbei größer. Für Veganer ist die Diät ausschließlich mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln möglich aber nicht empfehlenswert.

 


Expertenfazit zur Atkins Diät:

fazit

Es ist zwar möglich gute und rasche Erfolge mit der Atkins Diät zu erzielen, allerdings ist eine dauerhafte Einhaltung des Konzepts nicht zu empfehlen. Durch die unausgewogene Ernährung ist das Risiko für Gesundheitsschäden und –störungen sehr hoch und ohne eine Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln kann es zudem leicht zu Mangelerscheinungen kommen.

Unter anderem kann es zu Niereninsuffizienz, Leberschäden, Verstopfungen sowie Akne kommen und die erhöhte Zufuhr gesättigter Fettsäuren kann ein Herzkreislauf-Risiko begünstigen. Zudem wird die Entstehung von Diabetes des Typs 2 mit einer fettreichen Ernährung in Verbindung gebracht.

Diese Diät sollte nur von sehr disziplinierten und sportlichen Menschen durchgeführt werden. Im besten Fall sollte ein Arzt diese Diät überwachen. Es ist nicht ratsam die Diät länger als 4 Wochen durchzuführen.

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