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Diät-Check
🥔 Kartoffeln statt Käse🥗 Riesige Teller⚠ Eiweißfalle

High Carb Low Fat: Satt mit Kartoffeln?

Reis, Kartoffeln, Haferflocken und Obst in Mengen, dafür kaum Fett. Klingt nach dem Gegenteil von dem, was dir jeder Low-Carb-Guru erzählt, und funktioniert trotzdem. Nicht, weil Kohlenhydrate schlank machen, sondern weil volle Teller mit wenig Kalorien satt machen. Wer allerdings Weißbrot mit Marmelade für High Carb hält, nimmt zu statt ab.

Aktualisiert: November 2026 · Jörg Keller · Lesezeit 13 Min.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • High Carb Low Fat heißt viele unverarbeitete Kohlenhydrate, sehr wenig Fett und meist auch wenig Eiweiß
  • Du nimmst ab, weil Kartoffeln, Gemüse und Hülsenfrüchte viel Volumen bei wenig Kalorien liefern
  • In Studien wirkt Low Fat etwa so gut wie Low Carb, ein Wundervorteil zeigt sich nicht
  • Die strenge 80/10/10-Variante liefert zu wenig Eiweiß und kaum essenzielle Fettsäuren
  • Als Dauerernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten und etwas Eiweiß extra klappt es gut, mit Weißmehl und Zucker nie
High Carb Low Fat: Kartoffeln satt, Fett weg?
Diät-SteckbriefNote 2,7
  • Abnehmerfolg
  • Alltagstauglich
  • Sattmacher
  • Jojo-Schutz
  • Wissenschaft
  • Günstig

Passt zu dir, wenn …du Brot, Kartoffeln und Pasta liebst, gerne pflanzlich isst, große Portionen brauchst und mit wenig Käse, Wurst und Öl leben kannst.

Lass es, wenn …du Diabetes mit Insulin hast und nicht ärztlich begleitet wirst, Blähungen schlecht verträgst oder ohne Fleisch und Käse nach einer Woche schlechte Laune bekommst.

Was ist High Carb Low Fat?

High Carb Low Fat, kurz HCLF, heißt „viele Kohlenhydrate, wenig Fett“. Gemeint ist kein einzelnes Diätbuch, sondern ein Oberbegriff für Ernährungsformen, die genau das Gegenteil von Low Carb machen. Teller voller Reis, Kartoffeln, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse, dafür kaum Öl, Butter, Käse und Fleisch. Die meisten Varianten sind deshalb stark pflanzlich, viele sogar vegan.

Die Idee ist älter als jeder Instagram-Trend. Schon 1939 behandelte der Arzt Walter Kempner an der Duke University Patienten mit Bluthochdruck und Nierenleiden mit seiner berühmten Reisdiät. In den 1970ern kam Nathan Pritikin mit seinem fettarmen Programm, später Dean Ornish, John McDougall mit „The Starch Solution“ und Douglas Graham mit der radikalen 80/10/10-Diät, also 80 Prozent Kohlenhydrate, 10 Prozent Fett, 10 Prozent Eiweiß. Auf YouTube wurde daraus ein Kult mit zehn Bananen zum Frühstück.

🥔Stärke als Basis

Kartoffeln, Reis, Vollkorn und Hülsenfrüchte füllen den Teller. Sie liefern Energie, Ballaststoffe und erstaunlich wenig Kalorien pro Bissen.

🫒Fett fast auf null

Kein Öl in der Pfanne, kein Käse auf der Pizza, keine Nüsse als Snack. Hier fallen die meisten Kalorien weg.

🍽Menge statt Verzicht

Du sollst essen, bis du satt bist. Das klingt verlockend und funktioniert nur, solange die Lebensmittel unverarbeitet sind.

Wie radikal du es angehst, hängt von der Variante ab. Zum Vergleich, die DGE nennt als Richtwert 30 Prozent der Energie aus Fett. Die strengen HCLF-Formen liegen bei einem Drittel davon.

VarianteKohlenhydrateFettEiweiß
Normale deutsche Kostca. 40 bis 48 %ca. 35 %ca. 15 %
Moderates Low Fat55 bis 60 %20 bis 25 %15 bis 20 %
Starch Solution, Ornishca. 75 %ca. 10 %ca. 15 %
80/10/10 nach Graham80 %10 %10 %

Mein Rat ist die moderate Stufe mit genug Eiweiß, warum, erkläre ich weiter unten.

So funktioniert High Carb Low Fat wirklich

Die HCLF-Szene erzählt gerne, Kohlenhydrate seien der „natürliche Treibstoff“ und dein Körper verbrenne sie einfach, während Fett direkt auf die Hüfte wandere. Das ist genauso Quatsch wie das Gegenteil aus der Low-Carb-Ecke. Ein Kilo Körperfett speichert rund 7.000 kcal. Wer täglich 500 kcal unter seinem Bedarf bleibt, verliert etwa ein halbes Kilo pro Woche, egal ob die fehlenden Kalorien aus Butter oder aus Brot stammen. Deinen persönlichen Bedarf findest du mit meiner Anleitung zum Kalorienverbrauch ermitteln.

HCLF ist trotzdem ein cleveres Werkzeug, weil es die Energiedichte deiner Teller drastisch senkt.

🥔Volumen füllt

Gekochte Kartoffeln haben rund 70 kcal pro 100 Gramm. Dein Magen meldet „voll“, lange bevor die Kalorien es tun.

🌾Ballaststoffe bremsen

Vollkorn, Bohnen und Gemüse brauchen Zeit zum Kauen und Verdauen. Das hält länger satt als Weißmehl.

🧈Fett fällt weg

Ein Esslöffel Öl hat rund 90 kcal und macht kaum satt. Wer es streicht, spart Hunderte Kalorien unbemerkt.

Der Trick ist also nicht der Nährstoff, sondern die Kaloriendichte. Dieselbe Portion Energie sieht auf dem Teller völlig unterschiedlich groß aus.

Kalorien pro 100 Gramm

Gerundete Durchschnittswerte, kcal je 100 g verzehrfertig

Kartoffeln, gekocht
ca. 70 kcal
Reis, gekocht
ca. 130 kcal
Vollkornbrot
ca. 220 kcal
Gouda
ca. 360 kcal
Kartoffelchips
ca. 540 kcal
Olivenöl
ca. 880 kcal

Der Gegenbeweis zum Insulin-Mythos: Kevin Hall ließ 2015 auf einer Stoffwechselstation 19 Erwachsene je sechs Tage 30 Prozent weniger Kalorien essen, einmal über weniger Kohlenhydrate, einmal über weniger Fett. Mit Low Fat verloren sie mehr Körperfett, rund 89 statt 53 Gramm pro Tag, obwohl das Insulin höher blieb. Kein Freibrief für Zucker, aber ein klares Signal, dass Kohlenhydrate allein nicht dick machen.

Erlaubt und tabu bei High Carb Low Fat

Die gute Nachricht zuerst. Fast alles, was billig im Supermarktregal liegt, ist erlaubt. Die schlechte Nachricht, die Kalorienbomben im Kühlregal sind fast alle tabu.

✓ Erlaubt

🥔 Kartoffeln und Süßkartoffeln🍚 Reis, gern Vollkorn🥣 Haferflocken🍝 Vollkornnudeln🍞 Vollkornbrot🫘 Linsen, Bohnen, Kichererbsen🌽 Mais🥦 Jedes Gemüse🍎 Obst🍌 Bananen🥛 Magerquark und Skyr🐟 Magerer Fisch🍗 Hähnchenbrust in kleinen Mengen💧 Wasser, Tee, Kaffee

✕ Tabu

🫒 Öl und Butter🧀 Fetter Käse🥓 Wurst und Speck🥜 Nüsse in Mengen🥑 Avocado in Mengen🍟 Pommes und Chips🥐 Croissants und Blätterteig🍫 Schokolade🍰 Sahnetorte🍕 Pizza🥤 Limo und Saft🍺 Alkohol

Hülsenfrüchte sind der heimliche Star, weil sie Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Eiweiß gleichzeitig liefern. Wer HCLF ohne Linsen und Bohnen macht, hat fast immer ein Eiweißproblem.

Eiweiß pro Portion

Gramm Eiweiß, gerundete Durchschnittswerte

Magerquark, 250 g
ca. 30 g
Linsen, 200 g gekocht
ca. 18 g
Haferflocken, 60 g
ca. 8 g
Kartoffeln, 300 g
ca. 6 g
Banane, mittel
ca. 1 g

Zehn Bananen am Tag bringen dir also rund 10 Gramm Eiweiß. Davon baut kein Mensch Muskeln, eher ab.

Achtung Fertigprodukte: „Fettarm“ auf der Packung heißt nicht kalorienarm. Fettarme Kekse, Joghurts und Riegel gleichen den Geschmack oft mit reichlich Zucker aus. HCLF funktioniert nur mit Lebensmitteln, die du selbst kochst.

Ein High-Carb-Beispieltag mit Kalorien

So sieht ein Tag aus, an dem du große Portionen isst und trotzdem im Defizit bleibst. Meine Version mit Magerquark, damit das Eiweiß stimmt. Das ergibt rund 270 Gramm Kohlenhydrate, gut 70 Gramm Eiweiß und unter 20 Gramm Fett.

Frühstück60 g Haferflocken mit Wasser gekocht, 1 Banane und 100 g Beeren360 kcal
Mittagessen75 g Vollkornreis mit 150 g Kidneybohnen, Paprika, Mais und Tomatensalsa480 kcal
Snack150 g Magerquark mit einem geriebenen Apfel und Zimt180 kcal
Abendessen300 g Pellkartoffeln mit 400 g Ofengemüse ohne Öl und 200 g Kräuterquark aus Magerquark470 kcal
GetränkeWasser, Tee, Kaffee schwarz10 kcal
Gesamtca. 1.500 kcal

Das sind locker zwei Kilo Essen auf dem Tisch. Für die meisten Frauen ist das ein klares Defizit, Männer legen Kartoffeln und Reis nach und bleiben trotzdem im Minus.

Jetzt mal ehrlich: Derselbe Tag kippt, wenn das Ofengemüse in drei Esslöffeln Öl schwimmt, zum Reis ein Stück Käse kommt und abends eine Tüte Chips „weil Kartoffel“. Das sind locker 800 kcal obendrauf, und du wunderst dich, warum High Carb bei dir nicht wirkt.

Wie viel du mit High Carb Low Fat abnimmst

Anders als bei Low Carb gibt es keinen Wasserrausch in der ersten Woche. Im Gegenteil, wenn du vorher wenig Kohlenhydrate gegessen hast, füllen sich die Glykogenspeicher, und jedes Gramm davon bindet etwa drei Gramm Wasser. Die Waage kann in den ersten Tagen sogar steigen. Das ist kein Fett, sondern volle Speicher. Wer das nicht weiß, wirft hier hin.

Danach entscheidet das Defizit. In einer US-Studie mit 244 übergewichtigen Erwachsenen aßen die Teilnehmer 16 Wochen lang fettarm und vegan, mit rund 75 Prozent Kohlenhydraten und 10 Prozent Fett, ohne Kalorien zu zählen.

Low Fat vegan, Abnahme nach 16 Wochen

Mittlere Gewichtsänderung in kg, 244 Teilnehmer, JAMA Network Open 2020

HCLF vegan
6,4 kg
davon Fettmasse
4,1 kg
Kontrollgruppe
0,5 kg

Klingt gut, aber der Grund steht im Kleingedruckten. Die HCLF-Gruppe aß nach eigenen Angaben rund 490 kcal weniger pro Tag. Genau das Defizit, das ich dir oben vorgerechnet habe. Andere große Studien zeigen, was passiert, wenn Low Fat gegen andere Diäten antritt.

StudieUmfangErgebnis
DIETFITS, JAMA 2018609 Teilnehmer, 12 MonateLow Fat 5,3 kg, Low Carb 6,0 kg, kein signifikanter Unterschied
Hall u. a., Nature Medicine 202120 Teilnehmer, je 2 WochenPflanzliche Low-Fat-Kost, rund 690 kcal weniger am Tag als Keto
Cochrane-Review 202037 Studien, 57.079 TeilnehmerWeniger Fett senkt das Gewicht im Schnitt um 1,4 kg
Women’s Health Initiative, JAMA 200648.835 Frauen, 7,5 JahreNach 1 Jahr 1,9 kg weniger, nach 7,5 Jahren nur noch 0,4 kg

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Fettarm essen hilft, aber nach ein paar Jahren schmilzt der Vorsprung fast auf null, wenn sich die Portionen wieder einschleichen. Realistisch sind mit HCLF 2 bis 3 Kilo Fett pro Monat, solange das Defizit steht.

Wasser oder Fett? Miss einmal pro Woche deinen Bauchumfang auf Nabelhöhe. Steigt die Waage in Woche eins, der Umfang aber nicht, sind es nur volle Glykogenspeicher. Ab Woche drei sollten Gewicht und Zentimeter gemeinsam sinken.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Große PortionenDu isst richtig viel und bleibst trotzdem im Defizit. Für Vielesser ein Segen.
  • Viele BallaststoffeVollkorn, Bohnen und Gemüse halten lange satt und sind gut für den Darm.
  • Sehr günstigReis, Kartoffeln, Haferflocken und Linsen sind die billigsten Lebensmittel im Laden.
  • Gut für SportlerVolle Glykogenspeicher bedeuten Kraft für Ausdauer und harte Einheiten.
  • Pflanzlich und herzfreundlichWenig gesättigtes Fett senkt bei vielen das LDL-Cholesterin.

Nachteile

  • EiweißfalleDie strengen Varianten liefern oft weniger Eiweiß, als dein Körper braucht.
  • BlähungenPlötzlich viele Bohnen und Vollkorn, das merkt dein Bauch in den ersten Wochen.
  • Geschmack leidetOhne Fett schmeckt vieles fad. Gewürze, Zitrone und Senf werden zur Pflicht.
  • Zucker-MissverständnisWer Weißbrot, Saft und Datteln in Mengen isst, frisst sich ins Plus.
  • Essen gehen nervtIn Restaurants schwimmt fast alles in Butter oder Öl.

Die ersten zwei Wochen sind der Härtetest für deinen Darm. Viele steigen wegen Blähungen und Völlegefühl aus. Steigere Hülsenfrüchte und Vollkorn langsam, trink reichlich Wasser und gib deinem Bauch Zeit, sich umzustellen.

Risiken und für wen die Diät nichts ist

Für gesunde Erwachsene ist eine moderate, vollwertige HCLF-Ernährung unproblematisch. Kritisch wird es bei den Extremformen. Die DGE empfiehlt Erwachsenen 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht, ab 65 Jahren 1,0 Gramm. Bei 1.500 kcal und 10 Prozent Eiweiß landest du bei knapp 38 Gramm, eine 70-Kilo-Frau bräuchte aber mindestens 56. Im Defizit ist das doppelt gefährlich, denn dann baut dein Körper Muskeln ab, und genau die verbrennen Kalorien.

Ähnlich beim Fett. Dein Körper braucht Linolsäure und Alpha-Linolensäure, er kann sie nicht selbst herstellen. Außerdem nimmt er die Vitamine A, D, E und K nur zusammen mit Fett auf. Ganz auf null zu gehen, ist deshalb keine gute Idee. Ein Esslöffel Rapsöl oder Leinsamen am Tag reicht schon. Wer komplett vegan isst, braucht zusätzlich Vitamin B12.

Sprich vorher mit deinem Arzt, wenn … du Diabetes hast und Insulin oder Tabletten nimmst, denn viele Kohlenhydrate verändern deine Blutzuckerwerte und die Dosis muss angepasst werden. Ebenso bei hohen Triglyceriden, die bei sehr kohlenhydratreicher Kost mit viel Zucker steigen können, bei Reizdarm, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und nach einer Essstörung.

Jojo-Effekt und Durchhalten

Der alte Werbetext zu dieser Diät behauptet, einen Jojo-Effekt gebe es bei HCLF nicht. Das ist Unsinn. Den Jojo-Effekt gibt es bei jeder Diät, nach der du wieder isst wie vorher. Die Women’s Health Initiative zeigt es schwarz auf weiß, nach einem Jahr fast zwei Kilo Vorsprung, nach siebeneinhalb Jahren kaum noch etwas. Immerhin hat HCLF einen echten Vorteil, du musst keine Lebensmittelgruppe komplett streichen und lernst, satt zu werden, ohne Kalorienbomben.

  • Woche 1
    Die Waage bewegt sich kaum oder steigt sogar leicht, weil sich die Speicher füllen. Dazu Blähungen. Hier entscheidet sich, ob du dabeibleibst.
  • Woche 2 bis 4
    Der Bauch gewöhnt sich an die Ballaststoffe, die Abnahme läuft mit rund einem halben Kilo pro Woche. Jetzt schleichen sich gern Öl und Käse zurück.
  • Monat 2 bis 3
    Grillabende, Urlaub, Kantine. Du brauchst feste Routinen, etwa immer dasselbe Frühstück, Meal Prep am Sonntag und Eiweiß zu jeder Mahlzeit.
  • Danach
    Etwas gesundes Fett kommt zurück, Olivenöl, Nüsse in kleinen Mengen, mal Fisch. Die Teller bleiben voll mit Gemüse und Stärke, die Portionen kontrolliert.

Ich habe meine 40 Kilo nicht mit einem Ernährungsdogma verloren, sondern mit Gewohnheiten, die ich bis heute habe. Sehr hilfreich ist die 25-Sekunden-Regel, mit der du langsamer isst und früher merkst, dass du satt bist. Wie du die ersten Wochen planst, steht in meiner Abnehm-Anleitung.

Mein Tipp gegen den Jojo-Effekt: Wieg dich weiter einmal pro Woche. Liegst du zwei Kilo über dem Ziel, gehst du für zwei Wochen zurück auf ölfrei kochen und Magerquark statt Käse. Zwei Kilo korrigierst du in zwei Wochen, zehn Kilo nicht.

High Carb Low Fat im Vergleich mit Low Carb und Mittelmeer

HCLF und Low Carb sind die zwei Lager, die sich im Internet seit Jahren anschreien. In Studien nehmen beide etwa gleich viel ab. Der Rest ist Geschmackssache.

DiätKohlenhydrateFettDurchhalten
High Carb Low FatHoch, 60 bis 80 %10 bis 20 %Mittel
Low Carb Diät50 bis 130 gHochMittel
Mittelmeer-DiätMittel, viel VollkornHoch, OlivenölSehr gut
Kushi DiätHoch, VollkorngetreideNiedrigStreng
VolumetricsMittel bis hochNiedrigGut
Keto-Diät20 bis 50 gSehr hochSehr streng

Die makrobiotische Kushi Diät ist eine Art HCLF mit Esoterik obendrauf. Wenn du Brot und Kartoffeln liebst, aber nicht auf Olivenöl verzichten willst, ist die Mittelmeer-Diät der entspanntere Weg. Alle Konzepte im Überblick findest du unter Diäten im Check.

High Carb Low Fat mit Abnehmspritze

Viele scheitern nicht am Konzept, sondern an Heißhunger und Naschattacken zwischen den Mahlzeiten. Hier setzen GLP-1-Medikamente an. Sie ändern nicht die Mathematik, aber sie machen sie leichter.

💉
Diät plus Abnehmspritze

Warum High Carb Low Fat und Spritze zusammenpassen, mit einem Haken

Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro dämpfen Hunger und Heißhunger und lassen den Magen langsamer leeren. Fettige Mahlzeiten liegen dann besonders schwer und verstärken die Übelkeit. Eine fettarme Küche ist deshalb fast wie gemacht für die Spritze. Disziplin brauchst du trotzdem, aber sie wird dir vermittelt. Während der Hunger leise ist, gewöhnst du dich an ölfreies Kochen und Teller ohne Käse. Die Gewohnheit entsteht, ohne dass du jeden Abend mit dir ringst.

  • Wenig Fett, weniger Übelkeit. Pellkartoffeln mit Quark vertragen viele unter der Spritze deutlich besser als Schnitzel mit Pommes.
  • Eiweiß wird zum Engpass. Unter der Spritze isst du oft nur noch 1.000 bis 1.200 kcal. Mit 10 Prozent Eiweiß wären das 25 bis 30 Gramm, viel zu wenig. Magerquark, Skyr, Linsen und Fisch gehören auf jeden Teller.
  • Volumen wird zum Problem. Riesige Teller passen nicht mehr in einen Magen, der sich langsam leert. Kleine Portionen, zuerst Eiweiß, dann Gemüse, dann Stärke.
  • Ballaststoffe langsam steigern. Spritze plus plötzlich viele Bohnen kann Blähungen und Völlegefühl verstärken.

Die Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ein Arzt prüft, ob sie für dich infrage kommen, in der Regel ab einem BMI von 30 oder ab 27 mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Mehr unter Abnehmspritzen, zum passenden Teller unter Ernährung bei Abnehmspritzen und zu typischen Beschwerden unter Nebenwirkungen der Abnehmspritze.

Jetzt mal ehrlich: HCLF ist ein Trick, mit dem du große Teller mit wenig Kalorien isst. Die Spritze ist ein Trick, mit dem du weniger essen willst. Sobald du beides weglegst und wieder Käse, Öl und Chips nachschiebst, ist das Gewicht zurück. Nicht wegen des Fetts. Wegen der Mathematik.

Fazit: Lohnt sich High Carb Low Fat?

Ja, High Carb Low Fat funktioniert, wenn du es mit unverarbeiteten Lebensmitteln machst. Kartoffeln, Reis, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse liefern so wenig Kalorien pro Bissen, dass du satt wirst und trotzdem abnimmst. In Studien schneidet Low Fat etwa so gut ab wie Low Carb, nicht besser, nicht schlechter. Die radikale 80/10/10-Version mit Bananenbergen halte ich für Unsinn, weil sie zu wenig Eiweiß liefert. Mit Magerquark, Linsen, etwas Fisch und einem Löffel gutem Öl wird daraus eine günstige, gesunde Dauerernährung.

2,7Note
Mein Urteil

Billig, sättigend und gut erforscht. Abzug für die Eiweißfalle der Extremformen, Blähungen am Anfang und das Missverständnis, Weißbrot und Zucker seien erlaubt. Als vollwertige Dauerernährung gut, als Bananen-Kult ein Flop.

Kohlenhydrate machen nicht dick, Fett auch nicht. Zu viel macht dick.Jörg Keller
Der Heißhunger schlägt trotz voller Teller zu?

Ein GLP-1-Medikament dämpft den Appetit, damit neue Gewohnheiten Zeit haben. Arztpraxis voll oder keine Lust aufs Wartezimmer? Bei Online-Ärzten fragst du deine gewünschte Abnehmspritze oder Tablette bequem von zu Hause an. Wir nennen dir nur seriöse Anbieter ohne Abo-Fallen und versteckte Kosten im Anbieter-Vergleich.

Häufige Fragen zu High Carb Low Fat

Wie viel Fett darf ich bei High Carb Low Fat essen?

Die strengen Varianten erlauben 10 Prozent der Kalorien aus Fett, bei 1.800 kcal sind das rund 20 Gramm. Für den Alltag sind 15 bis 20 Prozent realistischer und gesünder, ein Löffel Raps- oder Leinöl am Tag gehört dazu.

Warum nehme ich mit High Carb nicht ab?

Fast immer, weil versteckte Fette oder flüssige Kalorien mitlaufen. Öl beim Anbraten, Käse, Saft, Smoothies und Trockenobst summieren sich schnell. Schreib eine Woche lang alles auf, dann siehst du das Leck.

Kann ich bei HCLF unbegrenzt essen?

Nur bei Gemüse und Kartoffeln kommst du kaum ins Plus. Reis, Nudeln, Brot und Obst haben Kalorien, und wer drei Teller Pasta isst, nimmt auch ohne Fett zu.

Ist High Carb Low Fat vegan?

Viele Varianten sind vegan, Pflicht ist das nicht. Magerquark, Skyr, magerer Fisch und Hähnchenbrust passen gut dazu und lösen das Eiweißproblem. Wer vegan isst, braucht Vitamin B12 als Ergänzung.

Ist High Carb Low Fat für Diabetiker geeignet?

Vollwertige, fettarme Kost mit viel Ballaststoffen kann den Blutzucker verbessern. Wer aber Insulin oder Tabletten nimmt, muss die Umstellung mit dem Arzt abstimmen, weil sich die Dosis ändern kann.

Kann ich High Carb Low Fat mit Wegovy oder Mounjaro kombinieren?

Ja, fettarmes Essen verträgt sich gut mit der Spritze und kann die Übelkeit lindern. Achte aber auf genug Eiweiß und kleinere Portionen, sonst schwinden die Muskeln. Mehr unter Ernährung bei Abnehmspritzen.

JK

Jörg KellerAutor, Sportler, früher 120 kg. Hat ohne Spritze 40 kg abgenommen und weiß deshalb, wie viel Disziplin das kostet und wie viel die Spritze davon abnimmt. Seit über 20 Jahren in der Telemedizin unterwegs. Mehr über mich

Quellen
  • Effect of a Plant-Based, Low-Fat Diet on Body Weight, Metabolism and Insulin Sensitivity – JAMA Network Open 2020
    jamanetwork.com
  • Effect of Low-Fat vs Low-Carbohydrate Diet on 12-Month Weight Loss in Overweight Adults (DIETFITS) – JAMA 2018
    pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  • NIH study compares low-fat, plant-based diet to low-carb, animal-based diet – NIH
    nih.gov
  • Calorie for Calorie, Dietary Fat Restriction Results in More Body Fat Loss – Cell Metabolism 2015
    pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  • Effects of total fat intake on body fatness in adults – Cochrane 2020
    cochranelibrary.com
  • Low-Fat Dietary Pattern and Weight Change Over 7 Years (Women’s Health Initiative) – JAMA 2006
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Referenzwerte Fett und essenzielle Fettsäuren – DGE
    dge.de
  • Referenzwerte Protein – DGE
    dge.de