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Alte Abnehmmittel
⛔ EU-weit widerrufen 2023💊 Steckte in Regenon und Tenuate✓ Legale Alternativen

Amfepramon: Der Hungerkiller, den die EU stoppte

Amfepramon steckte in Regenon und Tenuate und war einer der bekanntesten Appetitzügler Deutschlands. Seit Januar 2023 hat der Amphetamin-Verwandte in der ganzen EU keine Zulassung mehr. Hier liest du, wie er wirkte, warum er fiel und was heute an seine Stelle tritt.

Aktualisiert: November 2026 · Jörg Keller · Lesezeit 14 Min.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Amfepramon ist ein Amphetamin-Abkömmling, der über den Botenstoff Noradrenalin den Hunger dämpft
  • In Deutschland steckte er in Regenon, Tenuate Retard und Amfepramon-Hormosan
  • Seit dem 13. Januar 2023 ist die Zulassung EU-weit widerrufen, zurückgerufen wurde schon ab Ende November 2022
  • Gründe waren Lungenhochdruck, Abhängigkeit, Herz- und Psychorisiken und Dauergebrauch über Jahre
  • Heute treten GLP-1-Medikamente auf Rezept an seine Stelle, die den Hunger über ein Darmhormon dämpfen
Amfepramon: Der Hungerkiller ist verboten
Wirkstoff-SteckbriefEU-weit widerrufen 2023
  • Abnehmwirkung
  • Sicherheit
  • Studienlage
  • Heute erhältlich

Damals versprochen …Hunger aus, Kilos runter, und das ganz ohne Kampf am Kühlschrank. Gedacht war Amfepramon als kurzer Anschub für eine Diät bei starkem Übergewicht, höchstens drei Monate lang.

Was wirklich passierte …Viele nahmen es über Jahre, manche bis zu zwei Jahrzehnte, auch mit Herzleiden oder in der Schwangerschaft. Weil sich das nicht stoppen ließ, zog die EU die Zulassung zurück.

WirkstoffAmfepramon (international Diethylpropion bzw. Amfepramone)
HandelsnamenRegenon, Tenuate Retard, Amfepramon-Hormosan (Deutschland), in den USA unter anderem Tenuate
WirkprinzipIndirektes Sympathomimetikum, Amphetamin-Abkömmling, mehr Noradrenalin im Gehirn dämpft den Hunger
Auf dem Markt1959 (USA) bis 2022 (Deutschland)
Status heuteIn der EU seit 13.01.2023 widerrufen, in den USA weiter als Betäubungsmittel (Schedule IV) zugelassen
GrundDauergebrauch statt maximal drei Monate, Lungenhochdruck, Abhängigkeit, Herz- und Psychorisiken, Schwangerschaft, begrenzter Nutzen

Was ist Amfepramon?

Amfepramon, international auch Diethylpropion genannt, ist ein Appetitzügler aus der Verwandtschaft der Amphetamine. Chemisch ist er ein Abkömmling des Amphetamins, pharmakologisch ein sogenanntes indirektes Sympathomimetikum. Als Dauermedikament war er nie gedacht. Zugelassen war er als Ergänzung zu einer Diät bei einem BMI ab 30, wenn andere Maßnahmen allein nicht gereicht hatten.

Die Wurzeln liegen in Deutschland. Das US-Patent auf die „appetitzügelnden Propiophenone“ meldeten die Temmler-Werke aus Hamburg-Neugraben 1958 an, erteilt wurde es 1961. Temmler ist die Firma, die im Zweiten Weltkrieg mit dem Methamphetamin Pervitin bekannt wurde. In den USA wurde Amfepramon 1959 als Diethylpropion zugelassen. Wie der Wirkstoff im Vergleich zu den anderen Klassikern abschneidet, siehst du in meiner Übersicht Alte Abnehmmittel.

💊Regenon

Die Kapsel von Temmler und in Deutschland der bekannteste Name, auch in Rumänien im Handel. Die ganze Geschichte steht unter Regenon.

⏳Tenuate Retard

Die Retardtablette von Artegodan, die den Wirkstoff langsam über den Tag abgab. Mehr dazu unter Tenuate Retard.

🏷️Amfepramon-Hormosan

Weichkapseln und Retardkapseln als dritte Marke. Mit dem Widerruf ebenfalls komplett vom Markt verschwunden.

Vor dem endgültigen Aus war Amfepramon in der EU nur noch in Deutschland, Dänemark und Rumänien zugelassen. In allen anderen Mitgliedstaaten gab es den Wirkstoff zu diesem Zeitpunkt nicht als zugelassenes Arzneimittel. Chemisch und vom Schicksal her eng verwandt sind Cathin und Phentermin, die beide ebenfalls über das Nervensystem den Appetit dämpfen.

Gut zu wissen: Amfepramon steht in Deutschland bis heute in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Die Fertigarzneimittel waren über eine Ausnahme für kleine Wirkstoffmengen davon befreit. Der Wirkstoff selbst ist also kein harmloses Diätmittel, sondern rechtlich ein Betäubungsmittel.

So wirkte Amfepramon im Körper

Amfepramon setzt im Gehirn an. Der Wirkstoff erhöht die Menge des Botenstoffs Noradrenalin im synaptischen Spalt, also dort, wo Nervenzellen Signale austauschen. Das fährt den Sympathikus hoch, jenen Teil des Nervensystems, der für Kampf und Flucht zuständig ist. Wer im Alarmmodus ist, denkt nicht ans Essen. Genau diesen Effekt hat man verkauft.

🧠Hunger gedämpft

Das Gehirn bekommt das Signal, dass gerade Wichtigeres ansteht als Essen. Der Appetit wird leiser.

⚡Körper auf Alarm

Puls, Blutdruck und innere Unruhe steigen mit. Das ist kein Zufall, sondern derselbe Mechanismus.

🔄Nur auf Zeit

Vorgesehen waren vier bis sechs Wochen, höchstens drei Monate. Danach kommt der Hunger zurück, das Grundproblem bleibt.

Im Vergleich zu Amphetamin gilt Amfepramon als milder, mit weniger Wirkung auf das zentrale Nervensystem und geringerem Missbrauchspotenzial. Geringer heißt aber nicht null. Die EMA nennt Abhängigkeit ausdrücklich als einen der Gründe für den Widerruf, und in den USA ist der Wirkstoff bis heute ein kontrolliertes Betäubungsmittel.

Kein Fettverbrenner: Amfepramon hat kein Gramm Fett verbrannt. Es hat dafür gesorgt, dass du weniger isst. Das Kaloriendefizit musstest du trotzdem selbst einhalten, und genau daran scheitern die meisten, sobald die Pille weg ist. Wie groß dein Defizit sein muss, rechnest du mit meiner Anleitung zum Kalorienverbrauch ermitteln aus.

Die Geschichte: Aufstieg und Absturz

Die Geschichte von Amfepramon ist kein schneller Skandal, sondern ein jahrzehntelanger Streit zwischen Behörden, Herstellern und Gerichten. Die EU hat zweimal versucht, den Wirkstoff vom Markt zu nehmen. Beim ersten Mal hat sie vor Gericht verloren.

  • 1958
    Die Temmler-Werke melden in den USA das Patent auf appetitzügelnde Propiophenone an. 1961 wird es erteilt.
  • 1959
    Die USA lassen den Wirkstoff unter dem Namen Diethylpropion zur Behandlung von Übergewicht zu.
  • 1996
    Nach einer EU-weiten Bewertung wird die Behandlung mit Appetitzüglern wie Amfepramon wegen ernster Risiken bei Langzeitgebrauch auf drei Monate begrenzt.
  • 2000
    Die EU-Kommission ordnet am 9. März den Widerruf der Zulassungen an, betroffen sind Amfepramon, Cathin, Phentermin, Clobenzorex und Fenproporex.
  • 2002 und 2003
    Das EU-Gericht erster Instanz kippt den Beschluss im November 2002, der Europäische Gerichtshof bestätigt das im Juli 2003. Die Kommission war nicht zuständig, neue Daten gab es keine.
  • Februar 2021
    Auf Antrag der rumänischen Arzneimittelbehörde startet die EMA eine neue Sicherheitsprüfung.
  • Juni 2022
    Der Sicherheitsausschuss PRAC empfiehlt, alle Zulassungen zu widerrufen. Die Hersteller beantragen eine erneute Prüfung.
  • Oktober und November 2022
    Am 27. Oktober bestätigt der PRAC sein Urteil, am 10. November schließt sich die Koordinierungsgruppe CMDh mehrheitlich an.
  • Ende 2022
    Ab Ende November werden in Deutschland alle Chargen zurückgerufen. Zum 1. Dezember verzichten die Hersteller auf ihre Zulassungen, am 15. Dezember sind Regenon, Tenuate und Amfepramon-Hormosan außer Vertrieb.
  • 13. Januar 2023
    Die EU-Kommission widerruft die Zulassungen endgültig und rechtsverbindlich für alle Mitgliedstaaten.
  • Februar 2023
    Das BfArM setzt den Beschluss am 1. Februar per Bescheid um. Am 6. Februar folgt der Rote-Hand-Brief von Artegodan und Temmler.

Spannend ist die Begründung der Richter von 2002. Sie stellten fest, dass sich zwischen 1996 und 2000 an den medizinischen Daten nichts geändert hatte, nur die Bewertung. 2022 lag der Fall anders. Diesmal hatte die EMA Verbrauchsstudien aus Deutschland und Dänemark auf dem Tisch, die zeigten, wie das Mittel im Alltag tatsächlich genommen wurde. Gegen diese Daten half kein Anwalt mehr.

Was Studien zu Amfepramon zeigen

Die Studienlage ist dünn und überwiegend alt. Eine der wenigen neueren placebokontrollierten Studien stammt aus Brasilien und erschien 2009 im International Journal of Obesity. 69 Erwachsene mit Adipositas bekamen eine kalorienreduzierte Diät und dazu sechs Monate lang entweder Amfepramon oder ein Placebo.

Gewichtsverlust nach 6 Monaten

Anteil des Ausgangsgewichts, 69 Teilnehmer, Cercato u. a. 2009

Amfepramon plus Diät
9,8 %
Placebo plus Diät
3,2 %

Danach bekamen alle Teilnehmer sechs Monate lang den Wirkstoff. Nach einem Jahr lag die ursprüngliche Amfepramon-Gruppe bei 10,6 Prozent Gewichtsverlust, der Abstand zur früheren Placebo-Gruppe war statistisch nicht mehr signifikant. Auffälligkeiten bei Blutdruck, Puls, EKG und Psyche fanden die Forscher in dieser kleinen Gruppe nicht. Am häufigsten klagten die Teilnehmer über Mundtrockenheit und Schlaflosigkeit.

Jetzt mal ehrlich: 69 sorgfältig ausgewählte, ansonsten gesunde Teilnehmer mit Herz-Ultraschall alle sechs Monate sind nicht der Alltag in einer Praxis. Die EMA hat sich genau diesen Alltag angesehen. Ihr Urteil lautet, dass der Nutzen begrenzt ist, weil die meisten nach der kurzen Behandlung schnell wieder zunehmen.

Auch die Fachgesellschaften sind zurückhaltend. Die US-Leitlinie der American Gastroenterological Association von 2022 nennt Diethylpropion nur mit bedingter Empfehlung bei niedriger Evidenz. In den aktuellen europäischen Adipositas-Leitlinien taucht Amfepramon gar nicht mehr auf.

Nebenwirkungen und warum die EU die Reißleine zog

Die Liste der Nebenwirkungen liest sich wie die eines Aufputschmittels. Das ist kein Zufall, denn Amfepramon ist eines.

HäufigkeitNebenwirkungen
HäufigNervosität, Unruhe, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schwitzen, Übelkeit, Verstopfung, Durst
Selten, aber schwerVorhofflimmern, akute Psychose, Lungenhochdruck
Bei längerer AnwendungPulmonale arterielle Hypertonie, Abhängigkeit, Herz-Kreislauf- und Gehirngefäß-Erkrankungen

Lungenhochdruck ist kein Kater: Bei der pulmonalen arteriellen Hypertonie steigt der Druck in den Lungengefäßen, das rechte Herz muss gegen einen immer größeren Widerstand pumpen. Die Krankheit ist ernst und schwer behandelbar. Laut EMA steigt das Risiko vor allem, wenn Amfepramon länger als drei Monate genommen wird.

Warum dann Widerruf statt neuer Warnhinweise? Weil die Warnhinweise längst da waren und im Alltag ignoriert wurden. Die Behörden fanden vier Muster, die sich durch keine Auflage abstellen ließen.

⏳Viel zu lange

Zugelassen waren höchstens drei Monate. Laut Rote-Hand-Brief wurde Amfepramon teils bis zu zwanzig Jahre genommen.

❤️Falsche Patienten

Verordnet auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gehirngefäß-Leiden und psychischen Erkrankungen, obwohl genau das verboten war.

🤰Schwangerschaft

Es gab Hinweise auf Anwendung in der Schwangerschaft, mit möglichen Risiken für das ungeborene Kind.

⚠️Gefährliche Kombis

Manche bekamen Amfepramon zusammen mit anderen zentral wirkenden Abnehmmitteln.

Dazu kam der begrenzte Nutzen. Der PRAC prüfte zusätzliche Auflagen, fand aber keine, die wirksam genug gewesen wären. Vor der endgültigen Empfehlung hörte der Ausschuss zusätzlich Endokrinologen, Kardiologen und eine Patientenvertretung an. Das Ergebnis blieb dasselbe, der Nutzen überwiegt die Risiken nicht. Ein ähnliches Schicksal hatte schon 2010 den Appetitzügler Sibutramin ereilt, der als Reductil verkauft wurde.

Warum heute noch nach Amfepramon gesucht wird

Seit dem Rückruf gibt es in der EU keine legale Packung mehr. Trotzdem tippen bis heute Leute „Regenon kaufen“ oder „Amfepramon ohne Rezept“ in die Suchmaschine. Manche haben es früher selbst genommen und erinnern sich an das Gefühl, dass der Hunger einfach weg war. Andere lesen in alten Foren davon und hoffen auf eine Abkürzung.

Jetzt mal ehrlich: Wer dir heute Amfepramon verkauft, verkauft dir keinen Restposten aus der Apotheke. Alle Chargen wurden zurückgerufen. Was angeboten wird, stammt aus keiner legalen Lieferkette. Ob in der Kapsel Amfepramon steckt, ein ganz anderer Wirkstoff oder gar nichts, weiß niemand.

Was Behörden in Schlankheitsmitteln aus dem Netz finden, ist ernüchternd. Die Verbraucherzentrale nennt unter anderem Sibutramin, Amphetamine, DNP und das krebsverdächtige Abführmittel Phenolphthalein. Eine systematische Untersuchung von 2025 fand in mehr als einem Drittel der als „natürlich“ beworbenen Schlankheitsmittel synthetische Beimischungen, etwa jedes fünfte enthielt Sibutramin.

🧪Unbekannter Inhalt

Falsch dosiert, gestreckt oder mit einem anderen Wirkstoff gefüllt. Bei einem Herz-Kreislauf-Wirkstoff ist genau das gefährlich.

🛃Zoll und Strafanzeige

Laut Verbraucherzentrale ist der Import von Arzneimitteln aus Nicht-EU-Ländern verboten. Der Zoll gibt solche Sendungen nicht frei.

🤷Niemand haftet

Kein Apotheker, keine Beratung, keine Haftung. Geht etwas schief, stehst du allein da.

Wohin die Suche nach den alten Marken führt, steht unter Wo gibt es Regenon? und Wo gibt es Tenuate?. Wie du gefälschte Abnehmspritzen erkennst, liest du unter Abnehmspritze-Fälschungen.

Amfepramon damals vs. heute

Der direkte Vergleich zeigt, warum niemand dem alten Wirkstoff nachtrauern muss. Die modernen Mittel arbeiten mit einem körpereigenen Hormon statt mit dem Alarmsystem.

KriteriumAmfepramonGLP-1 (Wegovy, Mounjaro)
WirkprinzipAufputschmittel, mehr Noradrenalin im GehirnSättigungshormon aus dem Darm
AnwendungsdauerHöchstens drei MonateFür die Langzeitbehandlung zugelassen
Abnahme in StudienRund 10 % nach sechs Monaten in einer kleinen StudieRund 15 % (STEP 1) bis 20 % (SURMOUNT-1)
Typische NebenwirkungenUnruhe, Schlaflosigkeit, MundtrockenheitÜbelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen
Status 2026EU-weit widerrufenZugelassen, verschreibungspflichtig

Auch die modernen Mittel sind keine Bonbons. Welche Beschwerden typisch sind und was dagegen hilft, steht unter Nebenwirkungen von Abnehmspritzen.

Was heute statt Amfepramon hilft

Die Idee hinter Amfepramon war nicht falsch. Wer weniger Hunger hat, isst weniger. Falsch war der Weg dorthin. Heute gibt es Medikamente, die denselben Hebel nutzen, nur über ein Hormon statt über Stress.

💉
Heute statt Amfepramon

Hunger dämpfen ohne Aufputschmittel

Amfepramon hat den Hunger über das Alarmsystem im Gehirn abgeschaltet. GLP-1-Medikamente wie Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) ahmen dagegen ein Sättigungshormon aus dem Darm nach. Der Magen entleert sich langsamer, du bist früher satt und der Heißhunger wird leiser. Herzrasen und innere Unruhe gehören nicht zum Wirkprinzip.

  • Deutlich stärker. In der Studie STEP 1 verloren Teilnehmer mit Semaglutid 2,4 mg im Schnitt rund 15 Prozent ihres Gewichts, in SURMOUNT-1 mit Tirzepatid in der höchsten Dosis rund 20 Prozent.
  • Kein Drei-Monats-Limit. Die Mittel sind für die Langzeitbehandlung zugelassen. Wer absetzt, nimmt allerdings oft wieder zu, das zeigte die Verlängerung von STEP 1.
  • Auch als Tablette. Seit Juli 2026 ist Wegovy in der EU auch als tägliche Tablette zugelassen, für alle, die keine Spritze wollen.
  • Nicht nebenwirkungsfrei. Übelkeit, Durchfall und Verstopfung sind am Anfang häufig und brauchen ärztliche Begleitung.

Disziplin brauchst du trotzdem. Der Unterschied ist, dass die Spritze sie dir vermittelt. Während der Hunger gedämpft ist, gewöhnst du dich an kleinere Portionen, und die Gewohnheit entsteht, ohne dass du jeden Tag gegen dich kämpfst.

Die Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ein Arzt prüft, ob sie für dich infrage kommen, in der Regel ab einem BMI von 30 oder ab 27 mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Mehr unter Abnehmspritzen, Abnehmtabletten, Wegovy und Mounjaro.

Ich habe meine 40 Kilo ohne Pillen und ohne Spritze verloren. Das war machbar, aber es war ein täglicher Kampf gegen den Hunger. Wer diesen Kampf nicht alleine führen will, findet in meiner Abnehm-Anleitung den Weg ohne Medikament und unter Medikamente alle heute zugelassenen Optionen.

Fazit: Taugt Amfepramon heute noch was?

Nein. Amfepramon hat kurzfristig den Hunger gedämpft und in kleinen Studien ein paar Kilo mehr gebracht als ein Placebo. Der Preis dafür waren ein Kreislauf im Dauerstress, das Risiko für Lungenhochdruck und Abhängigkeit und ein Wirkstoff, der im Alltag fast nie so genommen wurde, wie er gedacht war. Die EU hat nach über 20 Jahren Streit die Reißleine gezogen. Heute gibt es Mittel, die besser wirken und sicherer sind.

5,5Note
Mein Urteil

Kurzfristig wirksam, langfristig ein Risiko und heute in der EU nicht mehr zu haben. Ein halber Punkt für die ehrliche Idee, den Hunger zu dämpfen. Für alles andere gibt es heute GLP-1 auf Rezept.

Amfepramon hat den Hunger abgeschaltet, nicht das Problem.Jörg Keller
Der Hunger war schon immer das eigentliche Problem?

Ein ärztlich verschriebenes GLP-1-Medikament dämpft den Appetit legal und ohne Aufputschmittel. Alle seriösen Anbieter im Anbieter-Vergleich.

Häufige Fragen zu Amfepramon

Ist Amfepramon in Deutschland noch erhältlich?

Nein. Die deutschen Hersteller haben zum 1. Dezember 2022 auf ihre Zulassungen verzichtet, alle Chargen wurden zurückgerufen. Seit dem 13. Januar 2023 ist die Zulassung in der gesamten EU widerrufen. Keine Apotheke darf Amfepramon abgeben.

Wo kann man Amfepramon kaufen?

Legal nirgends in der EU. Angebote im Internet stammen aus keiner legalen Lieferkette, der Inhalt ist unbekannt und oft gefälscht, und der Import nicht zugelassener Arzneimittel ist verboten. Wer heute Hilfe gegen Hunger sucht, spricht mit einem Arzt über zugelassene Abnehmspritzen.

Was ist der Unterschied zwischen Amfepramon, Regenon und Tenuate?

Amfepramon ist der Wirkstoff. Regenon war die Kapsel von Temmler, Tenuate Retard die Retardtablette von Artegodan. Gleicher Wirkstoff, gleiches Schicksal.

Ist Amfepramon ein Amphetamin?

Chemisch ist es ein Abkömmling des Amphetamins und wirkt ähnlich appetithemmend, gilt aber als schwächer im Gehirn und mit geringerem Missbrauchspotenzial. In Deutschland steht der Wirkstoff in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes.

Warum gibt es Amfepramon in den USA noch?

In den USA ist Diethylpropion seit 1959 zugelassen und weiter im Handel, als Betäubungsmittel der Klasse Schedule IV und nur für die Kurzzeitbehandlung. Die US-Behörden haben keinen vergleichbaren Widerruf ausgesprochen. Für Deutschland ändert das nichts.

Was hilft heute statt Amfepramon?

GLP-1-Medikamente wie Wegovy und Mounjaro dämpfen den Hunger über ein Darmhormon und bringen in Studien rund 15 bis 20 Prozent Gewichtsverlust. Sie sind verschreibungspflichtig, ein Arzt prüft vorher, ob sie zu dir passen.

JK

Jörg KellerAutor, Sportler, früher 120 kg. Hat ohne Spritze 40 kg abgenommen und weiß deshalb, wie viel Disziplin das kostet und wie viel die Spritze davon abnimmt. Seit über 20 Jahren in der Telemedizin unterwegs. Mehr über mich

Quellen
  • Amfepramone-containing medicinal products, Article 31 referral – Europäische Arzneimittel-Agentur
    ema.europa.eu
  • Amfepramon, Überprüfung der Sicherheit – BfArM
    bfarm.de
  • Rote-Hand-Brief zu Amfepramon-haltigen Arzneimitteln vom 06.02.2023 – AkdÄ
    akdae.de
  • Appetitzügler Amfepramon geht vom Markt – Pharmazeutische Zeitung
    pharmazeutische-zeitung.de
  • Baldiges Aus für Appetitzügler Amfepramon – PTAheute
    ptaheute.de
  • Judgment in Case C-39/03 P, Commission v Artegodan and Others – Gerichtshof der EU
    curia.europa.eu
  • A randomized double-blind placebo-controlled study of the long-term efficacy and safety of diethylpropion – International Journal of Obesity 2009
    nature.com
  • Diethylpropion – LiverTox, NCBI Bookshelf
    ncbi.nlm.nih.gov
  • Anorexigenic propiophenones, US-Patent 3001910 – Google Patents
    patents.google.com
  • Anlage III Betäubungsmittelgesetz – buzer.de
    buzer.de
  • Schlank und potent mit Pillen aus dem Internet? – Verbraucherzentrale
    verbraucherzentrale.de
  • Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity (STEP 1) – NEJM 2021
    nejm.org
  • Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity (SURMOUNT-1) – NEJM 2022
    nejm.org
  • Weight regain and cardiometabolic effects after withdrawal of semaglutide, STEP 1 extension – PubMed
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Wegovy, EPAR Medicine overview – Europäische Arzneimittel-Agentur
    ema.europa.eu
  • Adipositas-Therapie, EU erteilt Zulassung für orales Semaglutid – Diabetologie online
    diabetologie-online.de