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Menocil: Die Diätpille, die Lungen zerstörte

Ende 1965 kam Menocil als moderne Schlankheitspille in die Apotheken. Zwei Jahre später füllten sich die Kliniken in der Schweiz, Österreich und Deutschland mit einer Krankheit, die vorher kaum jemand kannte. Fast 1.000 Menschen erkrankten an Lungenhochdruck, viele starben. Menocil ist der Grund, warum bei jedem Appetitzügler bis heute zuerst auf die Lunge geschaut wird.

Aktualisiert: November 2026 · Jörg Keller · Lesezeit 12 Min.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Menocil enthielt Aminorex, einen amphetaminähnlichen Appetitzügler, zugelassen in der Schweiz, Österreich und Deutschland
  • Ab 1967 stiegen dort die Fälle von schwerem Lungenhochdruck um das bis zu Zwanzigfache, in Ländern ohne Menocil nicht
  • Etwa einer von 1.000 Anwendern erkrankte, die mittlere Überlebenszeit lag bei rund 3,5 Jahren
  • 1968 verschwand Menocil vom Markt, heute ist Aminorex in Deutschland ein nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel
  • Heute dämpfen GLP-1-Medikamente auf Rezept den Hunger über ein Sättigungshormon statt über das Stresssystem
Menocil: Die Pille, die Lungen zerstörte
Präparat-SteckbriefVom Markt seit 1968
  • Abnehmwirkung
  • Sicherheit
  • Studienlage
  • Heute erhältlich

Damals versprochen …eine moderne Pille, die den Hunger wegnimmt und dir Diätqualen erspart, geprüft und aus der Apotheke.

Was wirklich passierte …eine Welle von tödlichem Lungenhochdruck, oft bei Menschen, die nur leicht übergewichtig waren.

WirkstoffAminorex
HandelsnamenMenocil
WirkprinzipSetzt Katecholamine frei und hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin, dadurch weniger Hunger
Auf dem Markt1965–1968
Status heuteKein Arzneimittel mehr, in Deutschland verkehrsfähiges, aber nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel
GrundEpidemie von schwerem Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie)

Was war Menocil?

Menocil war ein Appetitzügler der Sechzigerjahre mit dem Wirkstoff Aminorex. Er kam Ende 1965 in der Schweiz auf den Markt und wurde auch in Österreich und der Bundesrepublik verkauft. Die Idee war dieselbe wie bei allen Appetitzüglern jener Zeit. Eine Pille nimmt dir den Hunger, du isst weniger, die Kilos gehen. Alle anderen verschwundenen Schlankmacher findest du in der Übersicht Alte Abnehmmittel.

Spannend ist, auf welcher Grundlage Menocil zugelassen wurde. Laut arznei-telegramm kam das Mittel auf Basis unveröffentlichter Daten aus den USA in der Bundesrepublik auf den Markt. In den USA selbst wurde es nie verkauft. Das war die Zeit kurz nach Contergan, und die Ansprüche an eine Zulassung waren viel niedriger als heute.

🧪Neuer Wirkstoff

Aminorex war chemisch mit Amphetamin verwandt und galt als modernes Mittel gegen Übergewicht.

🇨🇭Nur drei Länder

Menocil gab es in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Genau diese Begrenzung wurde später zum entscheidenden Beweis.

⏳Kurze Karriere

Nach rund drei Jahren war Menocil wieder weg. Die Folgen beschäftigten Ärzte noch Jahrzehnte.

Menocil gehört damit zu den ältesten Kapiteln der Rubrik. Es ist das Mittel, mit dem die Medizin gelernt hat, dass ein Appetitzügler die Lunge zerstören kann. Dieselbe Lektion musste sie später bei Fenfluramin, Cathin und Amfepramon noch mehrmals lernen.

So wirkte Aminorex im Körper

Aminorex griff gleich an zwei Stellen in die Botenstoffe des Gehirns ein. Laut DocCheck führt es zu einer raschen Freisetzung von Katecholaminen, also Stresshormonen wie Noradrenalin, und hemmt gleichzeitig die Wiederaufnahme von Serotonin. Beides zusammen schwächt das Hungergefühl ab.

⚡Stresshormone frei

Katecholamine fahren den Körper in den Alarmmodus. Wer unter Strom steht, denkt nicht ans Essen.

🧠Serotonin länger aktiv

Mehr Serotonin im Gehirn dämpft zusätzlich den Appetit. Das gleiche Prinzip nutzte später Fenfluramin.

🫁Die Lunge zahlt

In der Lunge begann bei manchen Anwendern ein Umbau der Blutgefäße. Wie genau Aminorex ihn auslöste, ließ sich damals nicht beweisen.

Was Aminorex nicht konnte, war Fett verbrennen. Es hat nur den Hunger gedämpft. Das Kaloriendefizit, das am Ende auf der Waage zählt, musste trotzdem entstehen. Wie groß deins sein muss, rechnest du mit meiner Anleitung zum Kalorienverbrauch ermitteln aus.

Die Lungenhochdruck-Epidemie

1967 bemerkte eine Schweizer Klinik etwas Seltsames. Die primäre pulmonale Hypertonie, eine bis dahin sehr seltene Krankheit, trat plötzlich zwanzigmal häufiger auf als vorher. Auffällig viele der Patienten hatten Aminorex genommen, um abzunehmen. Kurz darauf meldeten Kliniken in Österreich und Deutschland dasselbe Bild.

Anstieg des Lungenhochdrucks ab 1967

Häufigkeit im Vergleich zur Zeit vor Menocil, Schweizer Klinikdaten laut Thorax 1971

Mit Menocil auf dem Markt
20-fach
Vor Menocil
1-fach

Der entscheidende Hinweis lag auf der Landkarte. In Ländern, in denen es kein Aminorex gab, stieg die Zahl der Fälle nicht. Ein Zufall war damit praktisch ausgeschlossen. Bei Patienten mit dieser Krankheit in der Schweiz, Österreich und Deutschland hatten zwischen 1967 und 1973 rund drei Viertel Aminorex genommen.

KennzahlWertQuelle
Erkrankte insgesamtfast 1.000arznei-telegramm 2015
Bis 1985 gemeldete Aminorex-Fälle582Gurtner 1985, zitiert in Thorax 1997
Erkrankungsrisikoetwa 1 von 1.000 AnwendernThorax 1997
Beschwerdebeginn9 bis 14 Monate nach EinnahmestartThorax 1997
Verstorben in Gurtners Gruppe34 von 71 PatientenThorax 1997
Mittlere Überlebenszeitrund 3,5 JahreThorax 1997, arznei-telegramm

Eine Zahl tut besonders weh. In der Patientengruppe des Schweizer Arztes Hans Peter Gurtner hatte die Hälfte der Patienten Aminorex genommen, obwohl sie nur leicht übergewichtig waren. Sie wollten ein paar Kilo loswerden und bekamen eine Krankheit, die damals kaum zu behandeln war.

Warum es so lange dauerte: Die Beschwerden kamen erst viele Monate nach dem Einnahmebeginn. Wer im Sommer Menocil nahm, wurde vielleicht erst im nächsten Frühjahr kurzatmig. Diese Verzögerung machte den Zusammenhang für einzelne Ärzte kaum sichtbar. Erst die Häufung in den Klinikstatistiken brachte die Wahrheit ans Licht.

Die Geschichte: Aufstieg und Absturz

Von der Markteinführung bis zum Aus vergingen nur drei Jahre. Die Aufarbeitung dauerte Jahrzehnte.

  • November 1965
    Aminorex kommt in der Schweiz auf den Markt, danach auch in Österreich und der Bundesrepublik. Die Zulassung stützt sich auf unveröffentlichte Daten aus den USA.
  • 1967
    Eine Schweizer Klinik registriert einen plötzlichen, zwanzigfachen Anstieg der primären pulmonalen Hypertonie. Viele Patienten haben Aminorex genommen.
  • Oktober 1968
    Menocil verschwindet in der Schweiz vom Markt, auch in Deutschland endet die Zulassung 1968.
  • 1971
    Forscher geben Ratten und Hunden über Monate hohe Mengen Aminorex. Die Tiere bekommen keinen Lungenhochdruck, ein Beweis im Labor gelingt nicht.
  • Bis 1973
    Die Zahl der Neuerkrankungen sinkt wieder auf das alte Niveau. Mittel weg, Krankheit weg.
  • 1973
    Die Weltgesundheitsorganisation lädt 22 Experten nach Genf ein. Das Treffen gilt als Startschuss für die systematische Erforschung des Lungenhochdrucks.
  • Heute
    Aminorex steht in Anlage II des Betäubungsmittelgesetzes. Kein Arzt darf es verschreiben.

Die Tierversuche zeigen das Dilemma jener Jahre. Im Labor ließ sich der Schaden nicht nachstellen, die Statistik war dagegen erdrückend. Am Ende sprach das Verschwinden der Krankheit nach der Marktrücknahme für sich. Das Mittel war weg, und die Welle ebbte ab.

Jetzt mal ehrlich: Hunderte Menschen bezahlten dafür, dass eine Pille ohne veröffentlichte Studien in die Apotheken durfte. Sie wollten schlanker werden und verloren dafür ihre Gesundheit, manche ihr Leben. Das ist der wahre Preis jeder Abkürzung ohne Daten.

Nebenwirkungen und Risiken

Die bekannteste Folge von Aminorex ist der Lungenhochdruck, die pulmonale arterielle Hypertonie. Dabei bauen sich die kleinen Blutgefäße der Lunge um, sie werden dick und eng. Das Blut kommt schlechter durch, und die rechte Herzhälfte muss gegen einen immer höheren Widerstand pumpen.

Was Menocil versprach

  • Weniger HungerDer Appetit wurde gedämpft, das war der Kern des Versprechens.
  • BequemEine Pille statt Diätplan, ganz nach dem Geschmack der Zeit.
  • ModernNeuer Wirkstoff, neues Jahrzehnt, scheinbar sicher aus der Apotheke.

Was Menocil anrichtete

  • LungenhochdruckSchwere pulmonale Hypertonie bei etwa einem von 1.000 Anwendern.
  • HerzversagenDie rechte Herzkammer gibt unter der Dauerbelastung irgendwann auf.
  • Hohe SterblichkeitIn Gurtners Gruppe starb fast die Hälfte, mittlere Überlebenszeit rund 3,5 Jahre.
  • Verzögerter SchadenBeschwerden erst Monate nach dem Einnahmestart, als niemand mehr an die Pille dachte.
  • Keine Dosis-SicherheitEine klare Beziehung zwischen Einnahmemenge und Sterblichkeit fand sich nicht.

Warnzeichen, die bis heute gelten: Lungenhochdruck beginnt schleichend mit Luftnot bei Belastung, später kommen Müdigkeit, Schwindel und geschwollene Beine dazu. Wer nach einem Schlankheitsmittel plötzlich schneller außer Atem gerät, setzt es ab und lässt sich ärztlich untersuchen. Egal, was auf der Packung steht.

Was von Menocil bleibt

Menocil war der Anfang einer langen Reihe. Immer wieder kamen Appetitzügler auf den Markt, wurden jahrelang verschrieben und verschwanden, sobald sich die Daten zu Herz oder Lunge häuften.

PräparatWirkstoffEnde am MarktHauptgrund
MenocilAminorex1968Lungenhochdruck
Ponderax, IsomerideFenfluramin, Dexfenfluraminvor 2001Schwere Nebenwirkungen
Mirapront NCathin2001Negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis
AcompliaRimonabant2008Angst, Depression, Suizidgedanken
ReductilSibutramin2010Herz-Kreislauf-Risiken
Regenon, Tenuate RetardAmfepramon2022Zulassungsverzicht nach EU-Empfehlung zum Widerruf

Der rote Faden ist unübersehbar. Fast jeder Fall dreht sich um Herz oder Lunge. Seit Menocil schauen Behörden bei jedem Mittel, das am Serotonin oder am Stresssystem dreht, besonders genau auf den Lungenkreislauf. Beim Stopp mehrerer Appetitzügler 2001 nannte das arznei-telegramm ausdrücklich das Risiko eines lebensbedrohlichen Lungenhochdrucks.

Wer heute nach Menocil oder Aminorex sucht, findet nichts Legales. Aminorex ist in Deutschland ein verkehrsfähiges, aber nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel. Kein Arzt darf es verordnen, keine Apotheke abgeben.

Vorsicht bei „starken Appetitzüglern von früher“: Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit findet in angeblich pflanzlichen Schlankheitsmitteln aus dem Netz immer wieder nicht deklarierte Wirkstoffe, häufig Sibutramin, dazu Rimonabant und sogar das giftige DNP. Der Handel damit ist strafbar. Wer so etwas schluckt, wiederholt das Experiment von 1965, nur ohne Apotheke dazwischen.

Damals vs. heute

Menocil steht für eine Zeit, in der eine Pille ohne veröffentlichte Studien auf den Markt kommen konnte. Heute läuft das komplett anders.

Menocil (damals)GLP-1-Medikamente (heute)
WirkstoffAminorexSemaglutid, Tirzepatid
WirkprinzipStresshormone und SerotoninSättigungshormon, Magen leert sich langsamer
Studien vor ZulassungUnveröffentlichte DatenGroße, veröffentlichte Studien mit Tausenden Teilnehmern
Abnahme in StudienNicht belastbar dokumentiertRund 15 bis 20 % des Körpergewichts
HauptrisikoTödlicher LungenhochdruckÜbelkeit, Verdauungsbeschwerden, selten Gallenblase und Bauchspeicheldrüse
StatusBetäubungsmittel, nicht verschreibbarZugelassen, rezeptpflichtig

Auch moderne Medikamente haben Nebenwirkungen, ehrlich aufgelistet unter Abnehmspritzen Nebenwirkungen. Der Unterschied ist, dass sie vor der Zulassung offen geprüft wurden und nach der Zulassung weiter überwacht werden.

Was heute statt Menocil hilft

Der Wunsch hinter Menocil war nachvollziehbar. Weniger Hunger, damit das Abnehmen leichter wird. Nur das Werkzeug war fatal. Heute gibt es Medikamente, die den Hunger über einen völlig anderen Weg dämpfen.

💉
Heute statt Menocil

Sättigung statt Stresshormone

Menocil hat dein Gehirn mit Stresshormonen und Serotonin geflutet. GLP-1-Medikamente wie Wegovy oder Mounjaro ahmen dagegen ein körpereigenes Sättigungshormon aus dem Darm nach. Der Magen leert sich langsamer, du bist früher satt, Heißhunger wird leiser. In den Zulassungsstudien verloren Teilnehmer mit Semaglutid 2,4 mg (STEP 1) im Mittel rund 15 Prozent ihres Gewichts, mit Tirzepatid (SURMOUNT-1) rund 20 Prozent.

  • Anderer Wirkweg. Keine Freisetzung von Stresshormonen, keine Amphetamin-Verwandtschaft.
  • Offen geprüft. Studien über mehr als ein Jahr mit Tausenden Teilnehmern, veröffentlicht in großen Fachzeitschriften.
  • Disziplin wird vermittelt. Du brauchst sie trotzdem, aber neue Gewohnheiten entstehen, während der Hunger gedämpft ist.
  • Spritze oder Tablette. Es gibt die Wirkstoffe als Wochenspritze und als Tablette.

Alle diese Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ein Arzt prüft, ob sie für dich infrage kommen, in der Regel ab einem BMI von 30 oder ab 27 mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Mehr unter Abnehmspritzen, Abnehmtabletten, Wegovy und Mounjaro.

Auch moderne Mittel nur mit Rezept. Wegovy oder Mounjaro aus dubiosen Netzquellen sind oft gefälscht. Woran du Fälschungen erkennst, steht unter Abnehmspritze Fälschungen.

Ich habe meine 40 Kilo ohne Pille verloren, mit einem Kaloriendefizit und Gewohnheiten, die ich bis heute habe. Abnehmen ist Mathematik. Jedes Mittel kann nur an der Hunger-Seite der Rechnung drehen. Wie du die Rechnung selbst in den Griff bekommst, steht in meiner Abnehm-Anleitung.

Fazit: Taugt Menocil heute noch was?

Nein, und das ist noch freundlich formuliert. Menocil ist eines der dunkelsten Kapitel der Abnehmmedizin. Ein Mittel ohne veröffentlichte Studien, verkauft an Menschen, die oft nur ein paar Kilo verlieren wollten, und am Ende fast 1.000 Fälle einer tödlichen Lungenkrankheit. Aminorex ist heute ein Betäubungsmittel, das niemand verschreiben darf. Geblieben ist die Lehre, dass bei jedem Appetitzügler zuerst auf Herz und Lunge geschaut wird.

6,0Note
Mein Urteil

Kaum belegter Nutzen, katastrophaler Schaden, seit Jahrzehnten verboten. Menocil taugt nur noch als Warnung, und als die ist es unbezahlbar.

Eine Pille, die dir den Hunger nimmt und die Luft gleich mit, ist keine Abkürzung. Sie ist eine Sackgasse.Jörg Keller
Weniger Hunger, ohne die Lunge zu riskieren?

Ein ärztlich verschriebenes GLP-1-Medikament dämpft den Appetit über ein Sättigungshormon. Alle seriösen Anbieter im Anbieter-Vergleich.

Häufige Fragen zu Menocil

Was war Menocil?

Ein Appetitzügler mit dem Wirkstoff Aminorex, verkauft ab Ende 1965 in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Er setzte Stresshormone frei und hemmte die Wiederaufnahme von Serotonin.

Warum wurde Menocil vom Markt genommen?

Weil in den Ländern mit Menocil die Fälle von schwerem Lungenhochdruck um das bis zu Zwanzigfache stiegen. Nach der Marktrücknahme 1968 sank die Zahl der Neuerkrankungen bis 1973 wieder auf das alte Niveau.

Wie viele Menschen waren betroffen?

Laut arznei-telegramm erkrankten fast 1.000 Menschen. Etwa einer von 1.000 Anwendern bekam Lungenhochdruck, die mittlere Überlebenszeit lag bei rund 3,5 Jahren.

Gab es Menocil auch in den USA?

Nein. Obwohl die Zulassung in Deutschland auf unveröffentlichten US-Daten beruhte, kam Menocil in den USA nie auf den Markt. Dort blieb auch die Krankheitswelle aus.

Kann man Aminorex heute noch kaufen?

Legal nicht. Aminorex ist in Deutschland ein nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel. Angebote im Netz sind illegal und können alles Mögliche enthalten. Finger weg.

Was hilft heute statt Menocil?

Bei einem BMI ab 30 oder ab 27 mit Begleiterkrankung kann ein Arzt GLP-1-Medikamente wie Wegovy oder Mounjaro verschreiben. Sie wirken über ein Sättigungshormon. Mehr unter Abnehmspritzen.

JK

Jörg KellerAutor, Sportler, früher 120 kg. Hat ohne Spritze 40 kg abgenommen und weiß deshalb, wie viel Disziplin das kostet und wie viel die Spritze davon abnimmt. Seit über 20 Jahren in der Telemedizin unterwegs. Mehr über mich

Quellen
  • Aminorex and the pulmonary circulation – Thorax 1971
    thorax.bmj.com
  • Appetite suppressants and pulmonary hypertension – Thorax 1997
    thorax.bmj.com
  • Pharmakotherapie des Übergewichts, ein Blick zurück mit Schrecken – arznei-telegramm 2015
    arznei-telegramm.com
  • How it all started, the aminorex epidemic that launched systematic PPH studies – PH-KSP, nach Palevsky, Pulmonary Circulation 2025
    ph-ksp.com
  • Aminorex – DocCheck Flexikon
    flexikon.doccheck.com
  • Betäubungsmittelgesetz, Anlage II – Bundesministerium der Justiz
    gesetze-im-internet.de
  • Verbot von Appetithemmern – arznei-telegramm 6/2001
    arznei-telegramm.com
  • Arzneimittelsicherheit, Appetithemmer verboten – Stiftung Warentest 2001
    test.de
  • Amfepramon, Überprüfung der Sicherheit – BfArM
    bfarm.de
  • Illegale Schlankheitsmittel – Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
    lgl.bayern.de
  • Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity (STEP 1) – NEJM 2021
    nejm.org
  • Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity (SURMOUNT-1) – NEJM 2022
    nejm.org